Datenmissbrauch

Datenleck zwingt Banken zum Kreditkarten-Austausch

Wegen des Hinweises auf ein mögliches Datenleck fordern mehrere Banken von ihren Kunden die Kreditkarten zurück. Von Kreditkartenunternehmen erhielten die Banken den Hinweis darüber, dass möglicherweise sensible Daten ausspioniert worden sein könnten.

KreditkarteRund 15.000 Kreditkarten der Commerzbank wurden ausgetauscht, um einen möglichen Datenmissbrauch zu verhindern.© lowtech24 / Fotolia.com

Frankfurt/Main - Nach einem größeren Datenleck bei einem Dienstleister hat die Commerzbank 15.000 Kreditkarten ausgetauscht. "Wir haben vorsorglich Kreditkarten ausgetauscht, weil wir von einem Dienstleister informiert wurden, dass es möglicherweise zu Missbrauchsfällen kommen könnte", sagte ein Commerzbank-Sprecher am Mittwoch. Er bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts".

Hinweis über den Datenmissbrauch von Kreditkartenorganisationen

"Von der Kreditkartenorganisation haben wir Hinweise erhalten, dass Dritte möglicherweise unberechtigt in den Besitz von Kreditkartendaten gelangt sein könnten", heißt es in einem Schreiben der Commerzbank an betroffene Bankkunden, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Um der Gefahr einer missbräuchlichen Verwendung vorzubeugen, tauschen wir Ihre Karte vorsorglich aus."

Zwar machen die 15.000 Karten nur einen sehr kleinen Teil aller Karten aus, die die Commerzbank an ihre knapp zwölf Millionen Privatkunden ausgegeben hat. Dennoch ist ein Austausch in dieser Größenordnung nichts Alltägliches.

Hinweis ging auch an andere Banken

Dem Vernehmen nach warnten die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard die Commerzbank vor dem möglichen Ausspionieren sensibler Kartendaten. Kreditkartenanbieter informieren Banken schon beim Verdacht auf mögliche Datenlecks. Manche Institute tauschen Karten dann sofort aus, das machen aber nicht alle Banken so. Kunden müssen sich normalerweise keine Sorgen machen: In der Regel übernimmt ihre Bank den Schaden, wenn Kriminelle geklaute Kartendaten missbräuchlich verwenden.

Update: Auch weitere Banken sind betroffen

Zwischenzeitlich reagierten auch weitere Banken auf den Hinweis der Kreditkartenunternehmen. Die Postbank tausche derzeit die Karten von 55.000 Kunden aus, sagte eine Sprecherin dem "Handelsblatt" (Donnerstag). Sie betonte, Kunden werde kein Schaden entstehen. Die Commerzbank schickte nach eigenen Angaben 15.000 Kunden neue Karten, bei der Tochter Comdirect wurden nach Informationen der Zeitung 20.000 Plastikkarten ausgetauscht.

Quelle: DPA

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