Entscheidung

Das Gaskraftwerk in Mainz wird Teil der Kaltreserve

Die Netzagentur hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass die acht alten Atommeiler endgültig abgeschaltet bleiben und auch keine atomare Kaltreserve kommt. Die Reserve sollen Gas- und Kohlekraftwerke bilden, unter anderem das Kraftwerk II der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG.

Gasvergleich© photoGrapHie / Fotolia.com

Mainz (dapd/red) - Das KMW ist ein Gaskraftwerk mit einer Leistung von 350 Megawatt. 80 Megawatt liefert die schnellstartfähige Gasturbine des Kraftwerks, weitere 270 Megawatt kommen von einer kombinierten Dampfturbine. Im Kombibetrieb liegt der Wirkungsgrad des 1977 in Dienst gestellten Kraftwerks nach Unternehmensangaben bei 42 Prozent - und damit deutlich niedriger als bei moderneren Gaskraftwerken.

Nur im Revisionsfall des Schwesterkraftwerks

Unter anderem deshalb ist das Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue am Rande von Mainz auch nicht mehr im Dauerbetrieb, sondern wird laut KMW nur noch sehr sporadisch hochgefahren. In der Regel dann, wenn das direkt daneben stehende moderne Gaskraftwerk aus dem Jahr 2001 (Wirkungsgrad 58 Prozent) wegen Revisionsarbeiten abgeschaltet werden muss. In Ausnahmefällen auch, wenn auf dem Markt gerade billiges Gas verfügbar oder der Strom so teuer ist, dass sich ein kurzfristiger Betrieb lohnt.

Im Prinzip liegt das Gaskraftwerk still

Ansonsten liegt das Kraftwerk II, für das die KMW auch über keinen langfristigen Gasliefervertrag verfügen, still. Es ist laut KMW aber jederzeit voll betriebsfähig und steht deshalb als Kaltreserve zum Überbrücken plötzlicher Stromengpässe zur Verfügung.

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden gehören jeweils zur Hälfte den Stadtwerken der beiden Landeshauptstädte.

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