Das "100.000-Dächer-Programm" der Bundesregierung

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Aus Sonnenlicht gewonnener Strom ist eine der umweltfreundlichsten Energien, die der Menschheit zur Verfügung stehen: Sie ist geräuschlos, verursacht keine Abgase oder andere schädliche Stoffe und kann relativ gut in bestehende Flächen integriert werden. Nicht zuletzt steht mit der Sonne eine unerschöpfliche Energiequelle zur Verfügung. Aus diesem Grund fördert die Bundesregierung Photovoltaik-Anlagen, also Anlagen, die zur Stromerzeugung aus Sonnenlicht installiert werden.


Das sogenannte "100.000 Dächer-Programm" der Bundesregierung trat Anfang dieses Jahres in Kraft und soll die langfristige Förderung von Investitionen in die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen forcieren. Hinter dem Programm steht ein attraktiver Festzinssatz.


Im Rahmen des Programms werden Privatpersonen, Vereine, private Stiftungen, Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften als Träger der Investitionsmaßnahmen gefördert. Aufgrund der Zustimmung der Kommission der Europäischen Gemeinschaft für kleine und mittlere und freiberuflich Tätige kommen neuerdings auch Gewerbebetriebe mit bis zu 250 Beschäftigten sowie Freiberufler in den Genuß der Förderung.


Gefördert wird die Errichtung und Erweiterung von Photovoltaik-Anlagen ab einer installierten Spitzenleistung von ca. 1 kWP (Nennwert nach Herstellerangaben). Mitfinanziert werden die gesamten Investitionskosten einschließlich der Wechselrichter, der Installationskosten, der Kosten für Meßeinrichtungen sowie Planungskosten. Nicht (!) gefördert werden Eigenbauanlagen, Prototypen sowie gebrauchte Anlagen.


Außerdem gilt es zu bedenken, daß Vorhaben können nur dann gefördert werden, wenn der Kreditantrag vor (!) Beginn des Vorhabens gestellt wird. Ausgeschlossen ist damit die Umschuldung bzw. Nachfinanzierung von Investitionsvorhaben.


Hinsichtlich der Finanzierung ist zu sagen, daß bis zu 100 Prozent des Investitionsbetrages mitfinanziert werden. Der Kreditbetrag beträgt in der Regel maximal 977.915 DM oder 500.000 Euro.


Mittel aus dem "100.000 Dächer-Solarstrom-Programm" sind grundsätzlich mit Fördermitteln aus öffentlichen Haushalten kombinierbar, sofern die Gesamtförderung den Investitionsbetrag nicht übersteigt. Vorhaben, für die eine Stromeinspeisevergütung bis zu einer Höhe von 0,30 DM pro Kilowattstunde gezahlt wird, werden ebenfalls uneingeschränkt gefördert. Bei über diesem Wert liegenden Stromeinspeisevergütungen wird der maximale Kreditbetrag reduziert. Auftretende Finanzierungslücken können mit Mitteln aus dem KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)-Programm zur CO2-Minderung geschlossen werden.


Die maximale Kreditlaufzeit beträgt zehn Jahre bei höchstens zwei tilgungsfreien Anlaufjahren. Der Zinssatz ist fest für die gesamte Kreditlaufzeit. Zinssatz: 0 Prozent p.a. (Effektivzinssatz gem. PAngV: 0 Prozent p.a.); Stand 1. Januar 1999 / Auszahlung: 100 Prozent / Zusageprovision: 0,25 Prozent p.M., beginnend einen Monat nach Zusagedatum für noch nicht ausgezahlte Kreditbeträge. Restschuldenerlaß: nach Ablauf von neun Jahren, sofern der fortgeführte Betrieb der Anlage nachgewiesen wird (Formular KfW 140530) und die Bedienung des Kredits nicht im Rückstand ist.


Die Tilgung erfolgt nach Ablauf der tilgungsfreien Anlaufjahre in gleichhohen Raten - und zwar halbjährlich. Während der Tilgungsfreijahre sind lediglich die gegebenenfalls fälligen Zinsen auf die ausgezahlten Kreditbeiträge zu leisten. Der Kredit kann jederzeit außerplanmäßig zurückgezahlt werden.


An Kreditsicherheiten sind seitens des Kreditnehmers die banküblichen Sicherheiten zu stellen. Hierzu zählen beispielsweise Grundschulden, Bürgschaften und Sicherungsübereignungen. Form und Umfang der Besicherung werden im Rahmen der Kreditverhandlungen zwischen dem Investor und der Hausbank vereinbart.


Bezüglich der Antragstellung ist zu sagen, daß die KfW Kredite nicht unmittelbar an den Investor, sondern ausschließlich über Kreditinstitute, die für die von ihnen durchgeleiteten Kredite die Haftung übernehmen müssen, gewährt. Daher ist der Antrag bei einem Kreditinstitut zu stellen; dessen Wahl steht dem Kreditnehmer natürlich frei. Auf Antrag ist eine 50%ige Haftungsfreistellung des durchleitenden Kreditinstitutes für die gesamte Kreditlaufzeit möglich. Alternativ zu einem Kredit kann bei der Hausbank die Auszahlung der Zinssubvention in abgezinster Form beantragt werden. Der Antrag ist mit dem bei den Kreditinstituten vorrätigen Formular (KfW 141660) vor Beginn der Investition bei der Hausbank zu stellen. Für die Bearbeitung seitens der KfW genügen regelmäßig die auf dem Antragsformular einzugebenden Angaben. Als Programmnummer ist 127 anzugeben.

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