Energiewende

Dänischer Energiekonzern Dong Energy will grüner werden

Der dänische Energiekonzern Dong Energy will nach Angaben der Umweltstiftung World Wide Fund for Natur (WWF) bis zum Jahr 2040 seinen weltweiten Nutzungsanteil regenerativer Energien von gegenwärtig 15 auf 85 Prozent erhöhen. Dennoch hält der Konzern am Bau eines Kohlekraftwerkes in Lubmin fest.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Kopenhagen (ddp-nrd/red) - Während eines Treffens mit Vertretern deutscher Umweltverbände und Bürgerinitiativen am Donnerstag in Kopenhagen habe Konzern-Vizepräsident Thomas Dalsgaard einen grundlegenden Strategiewechsel angekündigt, sagte Brick Medak vom WWF der Nachrichtenagentur ddp.

Dong hält dennoch an Kohlekraftwerk Lubmin fest

Dalsgaard habe jedoch zugleich erklärt, an dem Projekt zum Bau eines 1600-Megawatt-Steinkohlekraftwerks in Lubmin bei Greifswald festhalten zu wollen. Während des ersten Treffens der Konzernspitze mit Kraftwerksgegnern habe der Investor voraussichtlich für Mitte kommenden Jahres eine definitive Entscheidung zu dem umstrittenen Kraftwerksneubau angekündigt, sagte Medak weiter.

Kohlekraftwerk passt nicht in Konzernstrategie

Während der zweistündigen Unterredung hatte der Anwalt der Bürgerinitiativen, Peter Kremer, die dänischen Manager auf die aus seiner Sicht enormen rechtlichen Risiken für Dong Energy aufmerksam gemacht. Ein Kohlekraftwerk in Lubmin passe nicht in die neue Konzernstrategie, sagte er. Für den Fall, dass der Konzern an seinem Projekt festhalte, werde man vor dem Verwaltungsgericht klagen, sagte Kremer. In einem Prozess werde es dem Investor kaum gelingen, ein öffentliches Interesse für das Kraftwerk nachzuweisen. Umgekehrt sei offensichtlich, dass ein Kohlekraftwerk in Lubmin gegen eine Vielzahl umwelt- und baurechtlicher Grundsätze verstoße.

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