Neue Diskussion

CSU will Restlaufzeiten der Kernkraftwerke aufheben

Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Joachim Herrmann, sagte der "Welt am Sonntag, die Energiepolitik werde ein Hauptthema auf der Winterklausur der Landtagsfraktion in Wildbad Kreuth sein. Denn Kraftwerke abzuschalten, die erfolgreich, sicher und störungsfrei arbeiten, wäre völlig verfehlt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die CSU stellt (mal wieder) den Atomkonsens in Frage. Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Joachim Herrmann, kündigte in der Zeitung "Welt am Sonntag" eine neue Diskussion um den geplanten Ausstieg aus der Kernenergie an.

"Es steht kein Neubau von Kernkraftwerken zur Diskussion. Aber die Kraftwerke abzuschalten, die in Bayern sehr erfolgreich und sicher und störungsfrei arbeiten, wäre völlig verfehlt", sagte Herrmann dem Blatt. Seiner Meinung nach sollten Kraftwerke so lange betrieben werden dürfen, wie sie technisch sicher und wirtschaftlich sinnvoll seien.

"Es ist völlig unsinnig, eine Laufzeit von Kernkraftwerken politisch festzulegen. Das gibt es für keine andere technische Einrichtung", fügte der CSU-Politiker hinzu. Wie Herrmann ankündigte, wird die Energiepolitik ein Hauptthema auf der Winterklausur der Landtagsfraktion in Wildbad Kreuth in der kommenden Woche sein.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromnetz

    Kabinett beschließt Vorrang für Erdkabel – Stromkosten steigen

    Erdkabel erhalten beim Bau der geplanten Stromautobahnen den Vorrang, so ein Beschluss des Bundeskabinetts. Der Kompromiss im Trassenstreit wird allerdings teuer: Experten gehen von drei bis acht Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten aus. Die Ausgaben finden Verbraucher auf künftigen Stromrechnungen wieder.

  • Kraftwerk

    EU rechnet Atomstrom-Kosten offenbar künstlich niedrig

    Die EU verschleiert in ihren Zukunftsplänen für Europas Energieversorgung laut einer Studie die wahren Kosten von Atomstrom und benachteiligt dadurch die ökologische Stromerzeugung. Die Kosten für Atomstrom würden "systematisch" unterschätzt, jene für alternative Energieerzeugung überschätzt.

  • Stromtarife

    Zankapfel Energie: Bundestag streitet um Atomausstieg

    Mit den Stimmen von SPD und Grünen hat der Bundestag heute Anträge der Opposition zurückgewiesen, in denen eine energiepolitische Wende verlangt wird. Union und FDP bekräftigten ihre Forderung nach einem Rücktritt vom Atomausstieg, was Wirtschaftsminister Clement jedoch entschieden zurückwies.

  • Strom sparen

    Mülheim-Kärlich wird stillgelegt

    Stade und Obrigheim sind die ersten beiden Atomkraftwerke, die laut Atomkonsens stillgelegt werden sollen. Jetzt hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium die erste Genehmigung zur Stilllegung des Atomkraftwerkes Mülheim-Kärlich erteilt. Dem Rückbau des Meilers steht nun nichts mehr im Weg.

  • Hochspannungsmasten

    Koch für Neubau von Kernkraftwerken

    Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat die Energiewirtschaft aufgefordert, nicht darauf zu warten, dass die Politik den Neubau eines Kernkraftwerks unterstützt. Die Unternehmen sollten einfach einen Antrag stellen, damit die Politik dann einen Wiedereinstieg gesetzlich möglich machen kann.

Top