Atomkraft

CSU knüpft längere Laufzeiten an strenge Auflagen

Die CSU will eine Verlängerung von Kernkraftwerkslaufzeiten an strengere Auflagen für die Betreiber knüpfen. "Nur bei finanzieller Beteiligung der Energieversorgungsunternehmen an der Sanierung der Asse II" solle eine Verlängerung der Laufzeiten "um jeweils 8 bis 10 Jahre" möglich sein.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (ddp/red) - Dies gehe aus einem "Forderungskatalog" des bayerischen Umweltministers Markus Söder (CSU) hervor, wie "Der Spiegel" am Wochenende vorab berichtete. Die Sanierungskosten für das marode Atommülllager in Niedersachsen werden auf vier bis fünf Milliarden Euro geschätzt.

Bisher hatte die Union keine Kostenbeteiligung der Betreiber verlangt. "Laufzeitverlängerung gibt es nicht automatisch", schreibt nun Söder dem Bericht zufolge. Die Energiekonzerne müssten zudem "Nachrüstgarantien" für ihre Anlagen geben, also etwa die Sicherheit verbessern, Transformatoren austauschen und die Maschinen- und Elektrotechnik erneuern.

Weiterhin sollen die Betreiber laut dem Magazin bereit sein, jährlich mehr als die Hälfte ihrer zusätzlichen Einnahmen aus Atomstrom für erneuerbare Energien zu investieren.

Sinkende Strompreise durch längere Laufzeiten

Söder verlange als Gegenleistung für eine Laufzeitverlängerung auch eine "spürbare Strompreisentlastung für alle Stromkunden" sowie die "Einführung eines Sozialtarifs für sozial schwache Haushalte", hieß es weiter. In Bayern befinden sich 5 der 17 noch laufenden Kernkraftwerke. Mit seinen Forderungen stellt sich Söder gegen andere Unionspolitiker wie den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) und gegen die FDP, die eine fast unbegrenzte Laufzeitverlängerung verlangen. Im bayerischen Umweltministerium war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erde

    Studie: Mehr Geld für konventionelle Energien als für Ökostrom

    Einer Kurzanalyse zufolge werden konventionelle Energien im kommenden Jahr deutlich stärker gefördert als erneuerbare Energieträger. Demnach läge eine Umlage für Atom- und Kohlestrom deutlich über der EEG-Umlage.

  • Geldstapel

    Viele Insolvenzverfahren in Bremen, Niedersachsen und Hamburg

    In Deutschland stecken fast 700.000 Menschen in einem Insolvenzverfahren. Die Hintergründe, die zu einer Privatinsolvenz führen, sind dabei sehr unterschiedlich. Bezieht man die Einwohnerzahl mit ein, leben vor allem in Bremen viele Pleitiers.

  • Energieversorung

    50.000 Menschen demonstrieren für Atomausstieg

    Rund 50.000 Menschen aus ganz Deutschland haben am Samstag in Berlin für einen konsequenten Atomausstieg demonstriert. Begleitet von einem Treck aus 350 Traktoren zogen die Teilnehmer vom Hauptbahnhof durch das Regierungsviertel zum Brandenburger Tor, wo eine Kundgebung stattfand. Umweltminister Gabriel unterstützte das Anliegen der Demonstranten.

  • Energieversorung

    Zeitplan für Schließung des Atommülllagers Asse vorgelegt

    Bundesumweltminister Gabriel und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) haben offiziell einen Plan zur Schließung des maroden Atomlagers Asse vorgelegt. Gabriel warf CDU und Atomwirtschaft dabei am Donnerstag vor, "immer die billigste Lösung gewollt und damit eine sichere Endlagerung vor die Wand gefahren" zu haben.

  • Strompreise

    Parteienzank macht Atompolitik zum Top-Wahlthema

    Zumindest beim Thema Gorleben hat Merkel ihre Zurückhaltung im Wahlkampf offenbar aufgegeben. Am Mittwoch wetterte sie gleich in mehreren Zeitungen gegen Bundesumweltminister Gabriel wegen dessen "Tot"-Erklärung des Endlager-Projekts Gorleben. Wenn nicht Wahlkampf wäre, würde Gabriel so "nicht reden", sagte Merkel, die selbst eine Weitererkundung des Salzstocks forderte.

Top