Glaubwürdigkeit

Cottbus entlässt Stadtwerke-Chef

Der Chef der Stadtwerke Cottbus GmbH, Eberhard Walter, wird nicht länger die Geschicke des Unternehmens lenken: Wie die Oberbürgermeisterin der brandenburgischen Stadt heute mitteilte, sei dieser Schritt notwendig, um die Glaubwürdigkeit im Sanierungsverfahren zu stützen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Cottbus (ddp-lbg/sm) - Die Stadt Cottbus will den Chef ihrer Stadtwerke GmbH, Eberhard Walter, entlassen. Der Schritt sei notwendig, um die Glaubwürdigkeit im Sanierungsverfahren der Gesellschaft zu stützen, sagte Oberbürgermeisterin Karin Rätzel (parteilos) am Freitag in Cottbus.

Die Firmenleitung solle vorläufig von dem Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft Cottbus GmbH, Torsten Kunze, mit übernommen werden. Die Entscheidung bedürfe noch der Zustimmung des Aufsichtsrats und der Stadtverordnetenversammlung. Dafür seien Vorlagen in Arbeit.

Die Stadtwerke Cottbus sind hoch verschuldet. In der vergangenen Woche hatte die Landesregierung beschlossen, der Stadt bei der Sanierung unter die Arme zu greifen. Aus dem Ausgleichsfonds für hochverschuldete Kommunen könnte ein Betrag von bis zu fünf Millionen Euro bereitgestellt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch ein tragfähiges Sanierungskonzept mit angemessenen Beiträgen aller Beteiligten.

Die Stadtwerke sind unter anderem durch den Bau eines aus technischen Gründen nicht rentablen Heizkraftwerkes in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Außerdem gab es gravierende Mängel im Management des Betriebes. Problematisch ist zudem die frühere Entscheidung der Stadt Cottbus, in den Stadtwerke-Unternehmensverbund verlustträchtige Beteiligungen wie die Verkehrsgesellschaft und die Flugplatzgesellschaft einzubringen. Zur Misere trug ferner der Preisdruck durch die Liberalisierung des Strommarktes bei.

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