Analyse

Contract Energy Management überzeugt Industriekunden

Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan hat den europäischen Contract Energy Management Markt untersucht und dabei festgestellt, dass bis 2007 mit Umsatzsteigerungen von fast 130 Prozent zu rechnen ist.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Europamarkt für Contract Energy Management boomt. Dank der regen Nachfrage aus der Automobil- und Chemie/Pharmaindustrie wird der Aufschwung auch in den nächsten Jahren anhalten. Laut einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan ist mit Umsatzsteigerungen von 2,87 Milliarden US-Dollar (2001) auf 6,55 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 zu rechnen. Als wichtigste Wachstumsfaktoren nennt die Analyse die zunehmende Konzentration von Unternehmen auf Kernkompetenzen, die steigenden Energiesteuern und die hohe Zahl an großen Versorgungsbetrieben, die in den Markt drängen.

Unter Contract Energy Management, zum Teil auch Energie-Controlling oder Multi-Utility-Consulting genannt, versteht man im allgemeinen zwei Arten von Verträgen: Energiesparverträge und speziell für einen Industriekunden errichtete Utilityanlagen. Bei Energiesparverträgen übernimmt das Versorgungsunternehmen die Verantwortung für die Optimierung und den Betrieb bereits bestehender Energie-/Utility-Anlagen bei den Industriekunden. Die Zahlung erfolgt hier meist über einen festgesetzten Betrag (nur Preisveränderungen bei Primärenergie werden angeglichen), wobei der Energiedienstleister zum Teil auch für den Erwerb der Primärenergie verantwortlich ist. Manchmal erfolgt die Bezahlung des Dienstleisters über einen Anteil an den eingesparten Energiekosten. Werden bei Industriekunden neue Anlagen installiert und von den Energiedienstleistern betrieben, dann erfolgt die Bezahlung meist über eine festgesetzte Gebühr für die Investitionen in die Anlagen sowie einen variablen Anteil, berechnet nach dem Verbrauch.

Das größte Wachstumspotenzial demonstriert laut Analyse derzeit der deutsche Markt. Hier könnte der gesamteuropäische Marktanteil von 14,9 Prozent im Jahr 2001 auf 26,9 Prozent im Jahr 2007 steigen. Als wichtigste Endnutzersegmente betrachtet Björn Larsen, Analyst bei Frost & Sullivan, die Metallindustrie, die Zellstoff- und Papierindustrie und den Bereich "Sonstige Industrien" (Textilien, Glas, Baustoffe). "In Deutschland wirkt die jüngst erfolgte Marktliberalisierung als Katalysator", so Larsen. "Durch die Beteiligung der Versorgungsbetriebe am Wettbewerb bewegt sich der Preiskampf noch in einem vernünftigen Rahmen." Mit Abstand größter Ländermarkt ist Frankreich mit einem Umsatzanteil von 41,5 Prozent (2001).

Die Analyse: Frost & Sullivan's Analysis Of The European Contract Energy Management Market (Report B004) kostet 5500 Euro.

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