Schadensersatz

Conergy leitet rechtliche Schritt gegen Ex-Vorstände ein

Der Hamburger Solarmodulhersteller Conergy geht rechtlich gegen ehemalige Vorstände des Unternehmens hervor. Der Aufsichtsrat habe verschiedene Pflichtverletzungen des Altvorstands festgestellt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp.djn/red) - Bereits am Montag habe das Gremium beschlossen, Schadensersatzansprüche geltend machen zu wollen. Außerdem will das Kontrollgremium der Hauptversammlung im Juni vorschlagen, dem für das Geschäftsjahr 2007 verantwortlichen Vorstand unter Vorsitz von Hans-Martin Rüter die Entlastung zu verweigern.

Fehlentscheidungen führten zur Krise

Nach Angaben des TecDAX-Unternehmens hatten "unternehmerische Fehlentscheidungen und Pflichtverletzungen die Conergy Gruppe in eine Existenz gefährdende Situation manövriert". Mit den ehemaligen Vorständen sollen umgehend Vergleichsgespräche aufgenommen werden. Sollten diese scheitern, will der Aufsichtsrat entsprechende Schadensersatzklagen erheben.

Conergy war Ende des Geschäftsjahrs 2007 in eine akute Finanzkrise geraten und hat in den letzten fünf Quartalen bis Ende 2008 einen addierten Nettoverlust von mehr als 500 Millionen Euro erlitten. Dieser resultierte den Angaben zufolge im Wesentlichen aus der Aufarbeitung historischer Fehlentscheidungen. Unter anderem wurden Bilanzierungsfehler bereinigt und eine Vielzahl von gerade erst erworbenen oder gegründeten, verlustreichen Gesellschaften mit zum Teil hohen Verlusten veräußert oder geschlossen

Minus von 254 Millionen Euro

2008 setzte das Unternehmen den Angaben vom Montag zufolge mehr als eine Milliarde Euro um. Im fortzuführenden Geschäft belief sich das Konzerndefizit auf 254 Millionen Euro, nach einem Verlust von 213 Millionen Euro im Vorjahr. Inklusive der aufgegebenen Geschäftsbereiche belief sich das Minus 2008 sogar auf 307 Millionen Euro. Für das laufende Jahr hatte das Hamburger Unternehmen einen Umsatzrückgang angekündigt und über drastisch rückläufige Einnahmen im ersten Quartal berichtet.

Den vollständigen Konzernabschluss will Conergy am 29. April vorlegen.

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