Ruf nach Entlastung

CO2-Zertifikate verringern Mibrag-Gewinn

Die gesetzlich vorgeschriebenen CO2-Zertifikate drücken stark auf das Ergebnis der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag). Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen 28 Millionen Euro für diese Zertifikate zahlen, sagte Mibrag-Geschäftsführer Joachim Geisler am Dienstag in Leipzig.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Leipzig/Theißen (ddp-lsa/red) - Der Jahresüberschuss sank von 39,8 Millionen Euro auf knapp 32 Millionen Euro. Der Umsatz des Unternehmens kletterte hingegen von 328 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 360 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet Geisler mit CO2-Kosten von 32 Millionen Euro, in Folge werde auch der Jahresüberschuss "unter Druck geraten".

Die Mibrag brauche die Unterstützung der Politik, um wegen der CO2-Kosten auf dem Markt auch in Zukunft bestehen zu können. Man werde auch in Zukunft an die Bundesregierung herantreten, damit dies sich für eine Härtefallregelung stark mache, sagte Geisler. Durch eine solche Regelung könnte die Mibrag bei den CO2-Zertifikaten entlastet werden. Im vergangenen Jahr hatte die zuständige Bundesbehörde einen entsprechenden Antrag abgelehnt.

Unklar sind weiterhin die Pläne des Braunkohleförderers zu dem seit Jahren angekündigten, bis zu zwei Milliarden Euro teuren Kraftwerksneubau in Profen in Sachsen-Anhalt. Die neuen Eigentümer stünden dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber, sagte Geisler. CEZ wie auch J & T "haben ein Interesse daran, auf den westeuropäischen Strom- und Wärmemarkt zu kommen", betonte er. Den Kaufpreis für die Mibrag von 400 Millionen Euro wollten sie wieder heraushaben. Das Kraftwerksprojekt hänge aber an den langfristig zu erzielenden und zurzeit stark schwankenden Strompreisen und den CO2-Kosten.

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