Know-how

China bietet deutschen Energiefirmen Atom-Zusammenarbeit an

Bei einem Treffen des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft gestern in Berlin lud Chinas Staatspräsident Hu Jintao deutsche Unternehmen ein, sein Land beim Ausbau der Atomenergie zu unterstützen. Hu betonte, China brauche für sein Wirtschaftswachstum eine verlässliche Energiebasis.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - China will seine Energiebasis verbreitern und plant dafür auch einen Ausbau der Atomenergie. Hier seien deutsche Firmen zur Zusammenarbeit eingeladen, sagte Chinas Staatspräsident Hu Jintao am Donnerstagabend auf dem Treffen des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft in Berlin.

Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer nahm die Einladung "mit großer Freude" an. Ohne den Streit in Deutschland um den Atomausstieg ausdrücklich zu erwähnen betonte er, es gebe "viele Gebiete, wo wir von China lernen können".

Pierer hatte die Union im Wahlkampf als Wirtschaftsexperte beraten. Die Union setzt auf Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke und damit auf einen Abschied vom rot-grünen Atomausstieg. Hu betonte, China brauche für sein Wirtschaftswachstum eine verlässliche Energiebasis und wolle dafür die Kernenergie "verstärkt entwickeln". Basis bleibe aber die Kohle, wo auch deutsche Firmen mit ihrem Umwelt-Knowhow einen Beitrag zur Entwicklung einer "sauberen Technologie" leisten könnten.

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