Mitarbeiter-Proteste

Chefs GDF Suez verzichten auf millionenschwere Aktienoptionen

Auf Druck der Belegschaft verzichten die beiden Spitzenmanager des französischen Energieriesen GDF Suez auf Aktienoptionen im Schätzwert von gut zehn Millionen Euro. Konzernchef Gérard Mestrallet und sein Vize Jean-François Cirelli würden die Optionen nicht in Anspruch nehmen, teilte GDF Suez am Donnerstag mit.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Marseille (afp/red) - Mestrallet und Cirelli verzichteten aus "Verantwortungsgefühl" auf die Aktienoptionen, sagte ein Sprecher von GDF Suez. Die beiden Topmanager hatten zusammen 1,13 Millionen Aktienoptionen bekommen, die sie ab 2012 hätten einlösen dürfen. Nach der dabei zugrundegelegten Kursentwicklung könnte dies den beiden Firmenchefs einen Gewinn von 10,5 Millionen Euro bringen.

Mitarbeiter hatten zuvor aus Protest ein Gas-Terminal in Südfrankreich bestreikt. Die Ankündigung, dass die beiden obersten Bosse sich über eine Million Aktienoptionen teilen dürften, habe "das Fass zum Überlaufen gebracht", sagte Gewerkschaftsvertreter Robert Rozy am Morgen am Gas-Terminal in Fos-sur-Mer bei Marseille. "Es ist schwierig für uns, solche Ankündigungen zu schlucken, wenn uns dauernd von der Krise erzählt und gesagt wird, dass Lohnerhöhungen nicht möglich sind." Aus Protest würden die Arbeiter drei Tanker, die in den kommenden Tagen einlaufen sollten, nicht entladen.

Staatschef Nicolas Sarkozy hatte in den vergangenen Wochen wiederholt gesagt, dass er die Ausgabe von Aktienoptionen, Bonuszahlungen und überhöhte Abfindungen für Manager für nicht hinnehmbar halte, wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten stecke und bei den Beschäftigten spare. GDF Suez, dessen größter Anteilseigner der französische Staat ist, hat zwar keine Stellenstreichungen angekündigt, lehnt Lohnerhöhungen für die Arbeiter aber bislang ab. Zudem profitiert das Unternehmen von staatlich festgesetzten Gaspreisen und hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 6,5 Milliarden Euro gemacht.

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