Aus der Praxis

Checkliste hilft beim Kauf von Solaranlagen

Verbrauchertipps für Solaranlagen nach Maß: Zwei neue Checklisten - eine für Sonnenwärme, eine für Sonnenstrom - informieren neuerdings über alle wichtigen Aspekte beim Kauf einer Solaranlage. Potenzielle Käufer wissen derart schon vorm Beratungsgespräch ob ihrer Bedürfnisse, Wünsche und Preisvorstellungen - das verspricht Sicherheit beim Kauf.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Für alle, die mit dem Kauf einer Solaranlage liebäugeln, gibt es jetzt eine neue Entscheidungshilfe: "Augen auf beim Solarkauf" heißt eine neue Checkliste des Bundes für Energieverbraucher, die über alle wichtigen Gesichtpunkte einer Anschaffung informiert. Sie zeigt, worauf ein Käufer achten sollte, um auch wirklich zur optimalen Solaranlage für seine Zwecke zu kommen. Es stehen sowohl eine Checkliste für Sonnenwärme als auch für Sonnenstrom zur Verfügung.

Die Checkliste "Augen auf beim Solarkauf" nützt auf dreierlei Weise:

  • Der Interessent einer Solaranlage ermittelt seine eigenen Bedürfnisse treffender - schon bevor er mit einem Anbieter ins Gespräch kommt.
  • Der potenzielle Käufer verhandelt mit dem Anbieter auf Augenhöhe: Er stellt dem Anbieter die Fragen laut Checkliste, die Ihm am Herzen liegen und schätzt an der Qualität der Antworten ein, mit wem er es zu tun hat.
  • Last but not least hilft die Checkliste dem Interessenten, verschiedene Angebote zu vergleichen.

Die Checklist für Sonnenwärme wurde als Gemeinschaftsprojekt erarbeitet vom Bundes der Energieverbraucher e.V. in Bonn, der TU Bergakademie Freiberg und des Deutschen Solarpreisträgers 2001 und "Sachsenmeister Solar" 2003, Timo Leukefeld.

"Diese Checkliste ist eine große Hilfe für den Verbraucher, denn sie bietet mehr Sicherheit beim Kauf und veranschaulicht dem Kunden auch, ob er ausreichend gut beraten wird, um seine Kaufentscheidung zu treffen", sagte Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher. "Bisher immer mehr oder weniger Glückssache, an welchen Berater der Kunde gerät und welche Solaranlage ihm empfohlen wird".

Solarfachmann Timo Leukefeld war nicht nur durch Kundengespräche in seiner Freiberger Firma Soli fer Solardach GmbH, sondern auch durch zahlreiche bei ihm bestellte Gutachten auf die Idee zu dieser Liste gekommen. "Unsere Firma hat bisher mehr als 800 Solaranlagen mit rund 20.000 Quadratmeter Kollektorfläche im In- und Ausland geplant und gebaut, so dass wir mit gutem Gewissen auf umfassende Erfahrungen verweisen können. Andererseits werde ich auch oft von Leuten um Ratschläge und Gutachten gefragt, die bei Firmen gekauft haben, mit denen sie danach nicht zufrieden sind", sagte er.

Prof. Gerd Walter vom Institut für Wärmetechnik und Thermodynamik der TU Bergakademie Freiberg, der langjährige Erfahrungen beim Betrieb eines Teststandes für Sonnenkollektoren hat und der viele Hinweise für die Checkliste gab, rät potenziellen Käufern, auf Langlebigkeit einer solchen Anlage zu achten und darauf, dass die Firma auch entsprechenden Vor-Ort-Service bietet, falls einmal eine Schwierigkeit auftreten sollte.

Doch mit der Checkliste könnten nun noch viele andere Fragen im Vorfeld geklärt werden, die der Laie vor dem Kauf vielleicht sonst gar nicht stellen würde, die aber für das zufriedenstellende Funktionieren der Anlage wichtig sind. So ist zum Beispiel zu prüfen, unter welchen Bedingungen sich eine solche Anschaffung rechnet, ob die Anzahl der Kollektoren für einen wirtschaftlichen Betrieb der Solaranlage genügt, ob eine objektive, schriftliche Ertragsvorschau der eingesparten Heizkosten vorliegt, die Garantiezeit für Kollektoren und Pufferspeicher mindestens zehn Jahre beträgt, ob standardmäßig ein Wärmemengen-Zähler in die Anlage integriert ist, ob die Ernte von nutzbarer Sonnenwärme ohne Verzögerung - also schon bei geringer Sonneneinstrahlung - beginnt, ob ausgeschlossen ist, dass Preisnachlässe zu Qualitätseinbußen bei Planung, Material und Gewährleistung führen könnten und ob die Anlage im Falle einer späteren Dachsanierung ununterbrochen in Betrieb bleiben kann.

Die Checkliste kann auf der Website des Bundes der Energieverbraucher heruntergeladen werden.

Die Checkliste für Sonnenstrom wurde von der Hessischen Energieagentur zusammengestellt. Auch sie kann über das Internet heruntergeladen werden.

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