Für Bauherren und Architekten

Checkliste erklärt die Anforderungen der Energieeinsparverordnung

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. hat eine neue Broschüre aufgelegt. Die kostenlos bei der ASUE erhältliche Publikation nennt sich "EnEV-Checkliste für die Neubauplanung" und stellt die Ziele sowie die Methodik der neuen Energieeinsparverordnung vor.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Seit Februar dieses Jahres stellt die Energieeinsparverordnung (EnEV) Anforderungen insbesondere an den Neubau von Gebäuden. Als wichtigste Forderung begrenzt die EnEV den zulässigen Primär-Energiebedarf für die Heizung und Trinkwassererwärmung, zudem verknüpft die Verordnung erstmals die Gebäude- und Anlagentechnik. Verbesserter Wärmeschutz und effiziente Anlagentechnik sind gleichberechtigte Maßnahmen.

Architekt und Bauherr können unter gestalterischen und finanziellen Gesichtspunkten die günstigste Lösung auswählen. Da bauliche und anlagentechnische Energiesparmaßnahmen gegeneinander verrechnet werden können, lässt sich der zulässige Primär-Energiebedarf durch eine Kombination einer (1.) hocheffizienten Anlagentechnik mit einer mäßigen Wärmedämmung oder einer (2.) mäßigen Anlagentechnik mit einer extremen Wärmedämmung sowie (3.) durch beliebige Zwischenlösungen einhalten.

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. (ASUE) empfiehlt bei der Planung des Neubaus die Energiesparmöglichkeiten durch eine effiziente Anlagentechnik zu berücksichtigen. Im Neubau entwickelt sich die Gas-Brennwerttechnik zunehmend zum Standard-Heizsystem, zumal die Mehrkosten gegenüber Niedertemperatur (NT)-Geräten kaum mehr ins Gewicht fallen. In den meisten Fällen lassen sich die Auflagen der EnEV bereits durch die Kombination eines solchen Gas-Brennwertgerätes, herkömmlicher Lüftung über Fenster und einer Wärmedämmung gemäß Wärmeschutzverordnung 1995 erfüllen. Die EnEV verpflichtet nicht zum Einsatz von Lüftungsanlagen; diese sind zur Sicherstellung des notwendigen Luftwechsels unter Umständen jedoch notwendig. In diesen Fällen empfiehlt die ASUE reine Abluftanlagen, bei denen ein kleiner Ventilator verbrauchte Luft aus den am meisten belasteten Räumen wie Bäder, Toiletten und Küche abzieht.

Die ASUE hat jetzt eine Broschüre mit dem Titel "EnEV-Checkliste für die Neubauplanung" veröffentlicht. Sie stellt die Ziele und die Methodik der Energieeinsparverordnung vor. Anhand eines praxisnahen Beispiels wird auf verständliche Weise erläutert, wie die wesentlichen Anforderungen der Verordnung erfüllt werden können. Außerdem zeigt sie das Kosteneinspar-Potenzial auf, das durch die Verrechnung von Maßnahmen für Heiztechnik und Wärmeschutz ausgenutzt werden kann. Hinweise für die Aufstellung und Auswahl der Heizungsanlage sind ebenso enthalten wie ein aktueller Vollkostenvergleich der Hochschule Bremen. Die Bewertung von verschiedenen Heizsystemen, die die EnEV-Anforderungen erfüllen, hat Kostenunterschiede von bis zu 1.600 Euro pro Jahr ergeben.

Die 20 Seiten umfassende Veröffentlichung steht im PDF-Format unter asue.de in der Rubrik "Neue Energieeinsparverordnung" als Datei zum Download zur Verfügung. Wer keinen Internetzugang hat, kann sie als Einzelexemplar kostenfrei bei der ASUE anfordern: ASUE, Postfach 2547, 67613 Kaiserslautern, Telefon: 0631-3609070, Telefax: 0631-3609071, E-Mail info@asue.de.

Weiterführende Links
  • Die ASUE im Internet:
  • Der im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Text der EnEV (PDF-Format):
  • Download der Broschüre ""EnEV-Checkliste für die Neubauplanung" im PDF-Format unter:
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