Leerlaufverluste

CeBIT 2004: Überall lauert der Stromklau

Das Umweltbundesamt fordert, dass jedes Elektro- und Elektronikgerät mit einem Netzschalter ausgestattet werden müsse, der einfach zugänglich, gut sichtbar und eindeutig gekennzeichnet ist, und dass ein mit ihm ausgeschaltetes Gerät keinen Strom verbrauchen darf.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Das flachste Notebook, der kompakteste Drucker, der schnellste Brenner, das vielseitigste Mobiltelefon: Die Aussteller der CeBIT überbieten sich wieder mit Superlativen. Aber: Nahezu jeder neue Trend führt zu erhöhtem Energieverbrauch. Das Umweltbundesamt (UBA) kritisiert daher: Viele Geräte verbrauchen auch dann Energie, wenn sie nichts tun oder nicht gebraucht werden - im Leerlauf.

Über 3,5 Milliarden Euro würden so nutzlos Jahr für Jahr verschwendet - Tendenz steigend. Das betreffe nicht nur Geräte in Bereitschaft (Stand-by - meist erkennbar am roten Lämpchen), sondern auch Geräte, die ausgeschaltet sind und trotzdem Strom verbrauchen. Einige dieser Geräte besitzen gar keinen Schalter (zum Beispiel Steckernetzteile). Andere ließen sich mit dem Geräteschalter nicht gänzlich vom Netz trennen, sondern würden ständig Strom verbrauchen.

Das UBA fordert deshalb, dass jedes Elektro- und Elektronikgerät mit einem Netzschalter ausgestattet werden müsse, der einfach zugänglich, gut sichtbar und eindeutig gekennzeichnet ist, und dass ein mit ihm ausgeschaltetes Gerät keinen Strom verbrauchen darf.

Gleichzeitig müsse sich auch bei der Information der Verbraucher einiges tun: Im allgemeinen wisse der Käufer bei den Geräten der Unterhaltungselektronik, der Informations- und der Kommunikationstechnik nicht, welche Kosten ihn erwarten, welche Geräte energieeffizient sind und welche nicht. Die Informationen zu energiesparenden Geräten seien lückenhaft und würden bei weitem nicht ausreichen, moniert das UBA. Daher fordert die Behörde eine Pflichtkennzeichnung, die die Verbraucher umfassend informiert und regelmäßig dem Stand der Technik angepasst wird.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Nachrechnen: So teuer ist der Strom für Elektrogeräte

    Den Stromverbrauch von elektronischen Geräten zu ermitteln, ist gar nicht so einfach. Schließlich steht einem zumeist nur die Wattzahl als Angabe zur Verfügung. Gaming-PC können je nachdem, wie lange gespielt wird, richtig viel Strom verbrauchen. Eine Beispielrechnung zeigt, wie man den Verbrauch ausrechnen kann.

  • Frühling

    Klima und Geldbeutel an Weihnachten schonen

    An Weihnachten werden für gewöhnlich viele Klimasünden begangen. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel. Wenn man allerdings den ein oder anderen Tipp beherzigt, können überflüssige Kosten vermieden und die Umwelt geschont werden.

  • Smartphone

    Top-Themen der CeBIT: Mobilität steht ganz oben

    Bei einer Befragung unter den CeBIT-Ausstellern zeigte sich, dass den Themen der drahtlosen Zukunft die größte Bedeutung zugemessen wird. Ein Top-Thema der letzten Messe, die Sicherheitstechnik, rangiert deutlich dahinter.

  • Stromtarife

    UBA kritisiert nutzlosen Stromverbrauch neuer Elektrogeräte

    Eine neue Broschüre des Umweltbundesamts informiert über energiesparende Geräte, bauliche und anlagentechnische Maßnahmen sowie über Fördermöglichkeiten und Beratung.

  • Stromnetz Ausbau

    Deutlicher Zuwachs bei erneuerbaren Energien

    Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Stromverbrauch hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Drei-Prozent-Schwelle überschritten. Dank des spürbaren Zuwachses konnten im Jahr 2003 rund 53 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das sind erste Ergebnisse einer neuen Arbeitsgruppe, die am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen hat.

Top