Projekt nicht aufgeben

CDU sucht neuen Investor für Kohlekraftwerk Lubmin

Eine Woche nach dem Rückzug des dänischen Energiekonzerns Dong Energy aus dem umstrittenen Kraftwerksprojekt in Lubmin fordern CDU-Politiker, nach einem neuen Investor zu suchen. Die Projektgesellschaft Dong Energy Kraftwerke Greifswald hat derweil angekündigt, den Kraftwerksantrag vorerst nicht zurückzuziehen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Lubmin/Schwerin (ddp-nrd/red) - Im Interesse der Versorgungssicherheit könne noch nicht auf Kohlekraftwerke verzichtet werden, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Wolfgang Waldmüller, am Freitag in Schwerin. Auch aus wirtschaftspolitischer Sicht wäre es sinnvoll, einen neuen Investor für das Großprojekt zu finden.

Unterdessen teilte die Projektgesellschaft Dong Energy Kraftwerke Greifswald & Co. KG mit, ihre Anträge zum Bau des Kraftwerks vorerst nicht zurückzuziehen. Gegenwärtig würden Lösungsmöglichkeiten nach dem angekündigten Rücktritt des dänischen Energiekonzerns Dong Energy geprüft, teilte die Investorengruppe am selben Tag in Lubmin mit.

Gemeinsam mit den Gesellschaftern sollen zunächst mögliche Folgen aus dem Dong-Rückzug untersucht werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Projektleiter Peter Gedbjerg und Albert Uwe Schön. Der dänische Staatskonzern hält 74,9 Prozent der Anteile an der Projektgesellschaft. 25,1 Prozent liegen bei der WV Energie AG Frankfurt/Main, an der neben der Wintershall AG mehrere kommunale Versorgungsunternehmen beteiligt sind, darunter Stadtwerke in Berlin und München.

Dong Energy hatte am Freitag vergangener Woche erklärt, seine Pläne zum Bau eines 2,3 Milliarden Euro teuren 1600-Megawatt-Steinkohlekraftwerk in Lubmin aufzugeben.

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