Handelsblatt

CDU kritisiert teure Atomausstiegsparty

Als "Skandal" und "kalten Zynismus" bezeichnet die CDU-Bundestagsabgeordnete Martina Krogmann aus Stade eine Party, die das Umweltministerium vor einigen Tagen aus Anlass der Abschaltung des Atomkraftwerks Stade und dem damit begonnenen Atomausstieg für 36 000 Euro in Berlin gefeiert hat. Die Sause auf Kosten der Steuerzahler sei geschmacklos.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Wie das "Handelsblatt" in seiner Online-Ausgabe berichtet, hat die CDU-Politikerin Martina Krogmann aus Stade eine Party des Bundesumweltministeriums aus Anlass der Abschaltung des Atomkraftwerks Stade als "Skandal" und "kalten Zynismus" bezeichnet. Das Fest in einem "schicken Berliner Restaurant" habe nach ihren Recherchen rund 36 000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer gekostet, berichtet die Zeitung weiter.

"Man kann zum Ausstieg aus der Kernenergie durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Aber an einem Tag, an dem Hunderte Menschen in Stade ihre Arbeit verlieren, für 36 000 Euro auf Steuerzahlerkosten eine Sause zu feiern, ist einfach geschmacklos", wird Krogmann zitiert.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Vattenfall

    Vattenfall klagt in Washington gegen den Atomausstieg

    Der von der Bundesregierung beschlossene Atomausstieg ist für mehrere Energieunternehmen ein Grund vor Gericht zu ziehen. Die Klage, die der schwedische Energiekonzern Vattenfall eingereicht hat, wird in den USA verhandelt.

  • Atomenergie

    Medien: Kommission schlägt Atom-Entsorgungs-Pakt vor

    Bis 2022 soll auch der letzte Atommeiler ausgeschaltet werden. Wo die verstrahlten Überreste der Anlagen verbleiben sollen und wer für die Entsorgung aufkommen soll, steht hingegen noch nicht fest. Ein neuer Vorschlag der Atom-Kommission sieht einen Finanzpakt zwischen den Konzernen und dem Staat vor.

  • Strom sparen

    Baden-Württemberg will Laufzeiten von Kernkraftwerken verlängern

    Weil der Ausbau erneuerbarer Energien nicht ausreicht, um den Strombedarf in Baden-Württemberg zu decken, will das Bundesland eine Laufzeitverlängerung bei bestehenden Kernkraftwerken erreichen. Auch Umweltminister Trittin könne nicht plausibel erklären, wie der Atomausstieg bei der Stromerzeugung kompensiert werden soll.

  • Energieversorung

    Atomausstieg beginnt: Tschüss Stade!

    E.ON-Vorstandsmitglied Walter Hohlefelder und der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander wollen heute den Schalter umlegen und das Atomkraftwerk Stade nach 32-jähriger Betriebszeit abschalten. Damit beginnt in Deutschland der im Juni 2001 von Bundesregierung und Energiewirtschaft vereinbarte Atomausstieg.

  • Stromnetz Ausbau

    Atomausstieg: AKW Stade wird abgeschaltet

    Noch unbestätigten Meldungen zufolge, will der Energiekonzern E.ON übernächsten Freitag das Atomkraftwerk Stade in Niedersachsen abschalten. Umweltminister Trittin begrüßte des Vorgang bereits. Stade ging Anfang 1972 ans Netz und ist nach Obrigheim der zweitälteste kommerziell genutzte Atomreaktor in Deutschland.

Top