Im Bundestag

CDU/CSU fordern Informationen zu künftiger Energie- und Ressourcennutzung

Die CDU/CSU-Fraktion hat sich in dieser Woche im Bundestag nach den Konsequenzen des weltweit steigenden Energie- und Ressourcenbedarfs sowie deren Auswirkungen auf die globale Klimaentwicklung erkundigt. Die Parlamentarier möchten u.a. wissen, wie die Regierung die Importabhängigkeit mindern will.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Nach den Konsequenzen des weltweit steigenden Energie- und Ressourcenbedarfs sowie deren Auswirkungen auf die globale Klimaentwicklung hat sich die CDU/CSU- Fraktion in dieser Woche im Bundestag erkundigt (Bundestagsdrucksache 15/3749).

Die Union führte an, dann knapp 97 Prozent der Energie in Deutschland aus der Nutzung endlicher Ressourcen, wie Erdöl, Steinkohle, Braunkohle, Erdgas und Uran komme. Dabei würden etwa 60 Prozent des Energieverbrauchs durch den Import von Rohstoffen gedeckt. Die Abhängigkeit und Risiken solcher Importe sollten verringert, die Effizienz im fossilen Kraftwerksbereich gesteigert und weitere Anstrengungen zur Energieeinsparung durch die Entwicklung neuerer Technologien und globalen Einsatz regenerativer Energien voran gebracht werden, forderten die Parlamentarier.

Dazu komme, dass in zehn bis 20 Jahren etwa die Hälfte aller Kraftwerke mit einem Volumen von 40 000 Megawatt in Deutschland ersetzt werden müsse, was mit einem Investitionsvolumen von 40 bis 60 Milliarden Euro verbunden sei. In Gesamteuropa betrage der Ersatzbedarf an Kraftwerkskapazität für den gleichen Zeitraum sogar etwa 300 000 Megawatt.

Informieren soll die Bundesregierung unter anderem auch darüber, welche Länder weltweit den höchsten Energieverbrauch haben, wo in den nächsten Jahren die größten Zuwachsraten beim Energieverbrauch zu verzeichnen seien, wie sich der Energieverbrauch bis 2010, 2020 und 2050 in den USA, China und Indien in Relation zum Jahr 2000 entwickeln werde und wie sich dies auf die Entwicklung in der Bundesrepublik auswirke. Die Fraktion will zudem Informationen darüber, welche Primärenergieträger aus Sicht der Regierung in diesen Zeiträumen die Basis der Energieversorgung in Deutschland, Europa und weltweit darstellen werden, welche Bedeutung den Energiepreisen im Rahmen der Lissabon-Strategie der EU zukomme und welche Bedeutung neue Energieträger und -technologien haben werden.

Gefragt wurde auch nach den Auswirkungen und Faktoren künftiger Energiepotenziale auf die Klimaentwicklung. Dabei soll dargelegt werden, welche finanziellen Volumen hinsichtlich der Entwicklung und Nutzung künftige Ressourcen erfordern, und wann neue Techniken etwa im Hinblick auf die Wasserstofftechnologie und andere mobile oder stationäre Energieträger wirtschaftlich einsetzbar und wettbewerbsfähig darstellbar sein werden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Industriebetrieb

    Deutlich geringerer Energieverbrauch bis 2040

    Der Energieverbrauch in Deutschland wird bis 2040 um rund ein Drittel sinken, schätzt der Energiekonzern ExxonMobil. Vor allem beim Kraftstoff und bei der Heizenergie werde der Verbrauch durch mehr Effizienz zurückgehen.

  • Netzausbau

    Energiesektor: Mehr Geld für Atomkraft - Stillstand bei Ökostrom

    Im Energiesektor wurde global betrachtet 2015 wieder deutlich mehr in Atomkraft investiert. Auch für alte Kohlemeiler wurde viel Geld ausgegeben. Bei Öl und Gas war ein Rückgang zu beobachten, während bei den Erneuerbaren der Geldfluss unverändert blieb.

  • Stromtarife

    Zankapfel Energie: Bundestag streitet um Atomausstieg

    Mit den Stimmen von SPD und Grünen hat der Bundestag heute Anträge der Opposition zurückgewiesen, in denen eine energiepolitische Wende verlangt wird. Union und FDP bekräftigten ihre Forderung nach einem Rücktritt vom Atomausstieg, was Wirtschaftsminister Clement jedoch entschieden zurückwies.

  • Strom sparen

    Braunkohle und Kernkraft mit höchster Laufzeit

    Stromproduktion im Kraftwerksmix: Die höchste durchschnittliche Ausnutzung haben laut VDEW Kernkraftwerke mit 7570 Stunden. Es folgen Braunkohlekraftwerke mit 7300 und Laufwasserkraftwerke mit 4900 Stunden pro Jahr. Sie produzieren für den rund um die Uhr nahezu gleichbleibenden Grundbedarf.

  • Strom sparen

    Wolf: Investitionen in Erneuerbare langfristig stärken

    Mittel- und langfristig müssten sich erneuerbare Energieträger nicht nur aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes durchsetzen. Sie hätten auch beste Aussichten eine wichtige Rolle in der Energieversorgung zu spielen, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Wolf gestern auf einer Veranstaltung in Brandenburg.

Top