Grenzgebiet

Cattenom: Frankreich berücksichtigt Einwendungen des Saarlandes

Das Saarland hat sich mit seinen Einwendungen zu überhöhten Grenzwerten in der neuen Betriebsgenehmigung für das französische Kernkraftwerk Cattenom durchgesetzt. Es ging dabei insbesondere um die Wasserentnahme aus der Mosel, das Abwasser und die Ableitungen mit der Fortluft.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (red) - "Die Bemühungen des Saarlandes waren erfolgreich." So äußerte sich der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf nach einer ersten Prüfung der Neuerteilung der Genehmigungen für das Kernkraftwerk Cattenom zur Wasserentnahme aus der Mosel sowie für Ableitungen mit der Fortluft und dem Abwasser.

Heute wurde im "Journal Officiel" der französischen Republik die Genehmigung veröffentlicht und ist somit in Kraft getreten. Die Betreiberin des aus vier Blöcken bestehenden Kernkraftwerkes Electricité de France (EdF) hat am 17. April 2003 den Antrag auf Neuerteilung der Genehmigungen gestellt. Darin beantragte sie eine Absenkung einer Vielzahl von Grenzwerten, allerdings auch eine Erhöhung der Ableitung von Tritium in die Mosel bei einem Einsatz höher angereicherter Brennelemente und einiger nichtradioaktiver Chemikalien wie etwa das giftige Hydrazin.

Der saarländische Umweltminister hatte sich gegen die Erhöhung von Grenzwerten ausgesprochen und seine Bedenken dem Kraftwerksbetreiber, den zuständigen Behörden in Frankreich und der Enquete-Kommission, die für das Offenlegungsverfahren in Frankreich zuständig war, dargelegt. Seine Bilanz: "Alle unsere Einwendungen sind berücksichtigt worden. Zu unserer Überraschung werden in der neuen Genehmigung die aktuellen Tritiumgrenzwerte sogar von 40 TBq pro Jahr und Block auf 35 abgesenkt. Damit liegt dieser Grenzwert sogar deutlich unter dem Grenzwert des vergleichbaren Kernkraftwerkes Philippsburg bei Speyer, das von mit 48 TBq pro Jahr genehmigt ist."

Mörsdorf fordert jedoch die EdF auf, im Betrieb des Kernkraftwerkes Cattenom alle technisch möglichen Minimierungspotentiale zu erschließen, um die Belastung der Umwelt so gering wie möglich zu halten.

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