Kommunalpolitik

Castor-Transport hat ein politisches Nachspiel

Die möglicherweise erhöhte Strahlenbelastung durch den jüngsten Atomtransport in das Zwischenlager Gorleben hat ein politisches Nachspiel im Kreis Lüchow-Dannenberg. Der Ausschuss Atomanlagen und öffentliche Sicherheit des Kreistages behandelt das Thema an diesem Donnerstag.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Dannenberg (ddp-nrd/sm) - Auf Antrag der "Gruppe X" seien zu der Sitzung unter anderem der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU), Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP), Vertreter des Eisenbahnbundesamtes und des Gewerbeaufsichtsamtes sowie der Einsatzleiter der Polizei, Friedrich Niehörster, eingeladen worden. Die "Gruppe X" ist ein Zusammenschluss der atomkritischen Fraktionen, sie verfügt im Kreistag über die Stimmenmehrheit.

Ministerien und Behörden sollten in der Sitzung sämtliche Messergebnisse an den Transportbehältern offen legen, erklärte die "Gruppe X". Auch die verwendeten Messverfahren und die zugrunde gelegten Rechenmodelle sollten "transparent und allgemein verständlich" erläutert werden. Das Umweltministerium solle zudem darlegen, warum unabhängige Messungen an den Castor-Behältern nicht zugelassen worden seien, hieß es.

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte nach eigenen Angaben eine um rund 40 Prozent erhöhte Strahlung an den Behältern festgestellt. Dem Ministerium zufolge haben die Werte bei Kontrollmessungen an drei Behältern die gesetzlichen Vorgaben aber nicht überschritten.

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