Castor-Transport: Greenpeace besetzt Jeetzel-Brücke

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Vor der Durchfahrt des Atomtransports nach Gorleben haben etwa 50 Greenpeace-Aktivisten die etwa zehn Meter hohe Eisenbahnbrücke über die Jeetzel in der Nähe von Hitzacker sechs Stunden besetzt, bevor sie von den Polizisten heute mittag abgeführt wurden. Die Umweltschützer sind zunächst von der Polizei unbemerkt mit Schlauchbooten unter die Brücke gefahren und haben die Schienen mit Spezialleitern und Seilen erklommen. Auf den Gleisen haben sie Ketten befestigt, mit denen sie die Kletterer unter der Brücke sichern. Zwischen den beide Brückenpfeilern entrollten sie ein zehn mal fünf Meter großes, dreieckiges Transparent mit der Aufschrift: "Stop Castor". An der Aktion, mit der Greenpeace gegen die Wiederaufnahme der Atomtransporte zwischen Frankreich und Deutschland protestiert, nehmen Aktivisten aus 15 Ländern teil. Die Jeetzel-Brücke ist das "Nadelöhr" für die Atommülltransporte nach Gorleben. Die Jeetzel-Brücke liegt auf der Bahnverbindung zwischen Lüneburg und Dannenberg, wo die Castorbehälter von der Schiene auf Schwerlasttransporter umgeladen werden, die den Atommüll in das Zwischenlager Gorleben transportieren.


Im Laufe des Vormittags seilten Beamte der Sondereinheit die Greenpeace-Kletterer auf Polizeiboote ab und nahmen sie fest. Mit Motorsägen sägte die Polizei Teile des Gleisbetts auf, um die dort verschanzten Greenpeacer abführen zu können. Rund 30 Aktivisten wurden noch auf dem Wasser festgenommen und in eine Kaserne gebracht, die Schlauchboote wurden beschlagnahmt. Soweit bisher bekannt, wurden zwei Greenpeace-Aktivisten leicht verletzt, einer von ihnen wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Das könnte Sie auch interessieren
Top