Atommüll-Transport

Castor erreicht Gorleben

Heute morgen hat der Konvoi mit zwölf Castorbehältern, die seit Sonntagabend auf dem Weg von der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben sind, sein Ziel erreicht. Die siebte Atommüll-Transport nach Gorleben wurde von Protesten begleitet und kam daher mit mehr als sechsstündiger Verspätung im umstrittenen Zwischenlager an.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Proteste hatten bereits in Frankreich begonnen und auch auf der Strecke zwischen Heilbronn und Würzburg musste der Castor mehrfach stoppen. U.a. hatten sich zwei Demonstranten in einem Rohr unter den Gleisen angekettet. Gestern Abend wurden die Behälter dann am Verladebahnhof Dannenberg ebenfalls unter massiven Protesten von der Schiene auf die Straße verlegt. Zwischen Dannenberg und Gorleben hatte die Polizei zuvor mehrere Sitzblockaden aufgelöst. Dabei wurden etwa 350 Atomkraftgegner in Gewahrsam genommen. Bei Langendorf hatten Unbekannte eine Nacht zuvor eine Kreisstraße unterspült.

Laut Spiegel online begleiteten allein in Niedersachsen fast 13 000 Beamte von Polizei und Bundesgrenzschutz den Castortransport. Grobe Auseinandersetzungen konnten jedoch vermieden werden, obwohl Demonstranten der Polizei unverhältnismäßiges Vorgehen vorwarfen.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Atomenergie

    Altmaier plädiert für küstennahes Atom-Zwischenlager

    Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat angekündigt, bis zur parlamentarischen Verabschiedung des Endlagersuchgesetzes vor der Sommerpause auch die umstrittene Zwischenlager-Frage zu klären. Um die Transportwege so kurz wie möglich zu halten, strebt der Minister einen Standort nahe der Küste an.

  • Atommüll

    Atommüll-Endlagersuche: Alles auf Anfang

    Ein halbes Jahrhundert nach Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerks gibt es jetzt einen parteiübergreifenden Minimalkonsens für die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Bund und Länder einigten sich am Dienstag in Berlin tatsächlich auf ein Standortsuchgesetz.

  • Stromtarife

    Derzeit unterwegs: Castor-Transport nach Gorleben

    Zwölf Castor-Behälter mit radioaktivem Atommüll sind gestern abend aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Richtung Zwischenlager Gorleben (Niedersachsen) gestartet. Am Abfahrtsbahnhof Valognes protestieren Greenpeace-Aktivisten mit einem drei Meter großen Radioaktivitätszeichen, Signalfackeln und einem Transparent.

  • Strompreise

    Greenpeace besetzt Förderturm in Gorleben

    Die Umweltschützer von Greenpeace demonstrieren derzeit in Gorleben gegen Atommülltransporte nach Gorleben, die in den nächsten Tagen stattfinden sollen. Die Aktivisten fordern, die Transporte in die Region zu beenden und den unsicheren Salzstock Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager aufzugeben.

  • Stromtarife

    Greenpeace protestiert auf Castor-Verladekran in Dannenberg

    1977 hatte der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen, Ernst Albrecht (CDU) den Salzstock Gorleben nahe der Grenze zur DDR aus rein politischen Erwägungen als möglichen Endlagerstandort ins Spiel gebracht. Bereits 1981 stellten Wissenschaftler fest, dass sich über dem Gorlebener Salzstock keine durchgehende wasserdichte Tonschicht befindet.

Top