Studie

Capgemini erwartet neue Fusionswelle im Energiemarkt

Die Management- und IT-Beratung Capgemini hat ihren siebten European Energy Market Observatory-Bericht vorgelegt. Fazit: In den nächsten zwölf Monaten wird es weitere Firmenübernahmen im europäischen Energiemarkt geben, die elf führenden europäischen Konzerne besitzen die für Übernahmen nötige Finanzkraft.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Rückläufige Marktanteile der Energieversorger im jeweiligen Heimatmarkt und anhaltend hohe Energiepreise werden in den nächsten zwölf Monaten zu weiteren Firmenübernahmen im europäischen Energiemarkt führen. So lautet die Schlussfolgerung, die die Unternehmensberater von Capgemini aus den Ergebnissen ihres siebten European Energy Market Observatory-Berichts zogen. Gemeinsam mit Société Générale Equity Research kamen sie weiterhin zu dem Schluss, dass die elf führenden europäischen Konzerne die für Übernahmen nötige Finanzkraft besitzen.

"Größere Spieler im Markt wie E.ON oder RWE ernten nun die Früchte ihrer strategischen Fokussierung beziehungsweise ihrer Produktivitätssteigerungs-Programme und haben eine gut gefüllte Kriegskasse. Insgesamt hat die Profitabilität in der Branche durch zunehmende Nachfrage und steigende Großhandels- als auch Endverbraucherpreise zugenommen", schätzt Bernd Wöllner, Vice President Energy & Utilities bei Capgemini Zentraleuropa, die aktuelle Situation ein.

In der Studie, die kürzlich in Berlin vorgestellt wurde, ist zudem von einer wachsenden Gefährdung der Versorgungssicherheit in Europa die Rede. So seien die Reservekapazitäten im Jahr 2004 gesunken, während gleichzeitig beim Bau von Netzleitungen sowie bei anderen Infrastrukturmaßnahmen kaum Fortschritte erzielt worden seien. "Die Kältewelle von Anfang 2005 in Frankreich oder die extreme Trockenheit in Spanien haben bereits die dortigen Stromversorger an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Solche regionalen negativen Wetterverhältnisse wirken sich nachteilig auf das gesamteuropäische Marktgleichgewicht aus und haben somit indirekt Einfluss auch auf Deutschland", kommentierte Bernd Wöllner.

"Obwohl bestehender Wettbewerb oder strenge nationale Regulierer die Energieversorger aus gesamteuropäischer Sicht davon abgebracht haben, die steigenden Großhandelspreise vollständig an die Endverbraucher weiterzugeben, so zeigt sich doch, dass sich die Strom- und Gasmärkte deutlich von anderen Gütermärkten unterscheiden. Trotz der weitestgehenden Marktöffnung im Jahr 2004 in vielen europäischen Ländern sind die Strompreise dort nicht gefallen. Zudem haben nur wenige Endkunden ihren Versorger gewechselt. Zurückzuführen ist diese Sonderstellung von Energiemärkten auf den besonderen Einfluss von langfristigen Planungen und Investitionserfordernissen sowie auf politische Faktoren", lautet das Fazit von Bernd Wöllner.

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