ARD-Sendung "Bericht aus Berlin"

BWE-Präsident Ahmels: "Windenergie macht auch im Binnenland Sinn"

Der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Dr. Peter Ahmels, hat einen Beitrag der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" stark kritisiert. Die Darstellung, dass Windparks auch an Standorten gebaut würden, wo kein Wind weht, entbehre jeder Grundlage. Genauso falsch sei es, Regionen wie Sachsen-Anhalt oder Rheinland-Pfalz als windarm darzustellen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Zu dem am vergangenen Freitag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" ausgestrahlten Beitrag "Zu viel Kohle für die Windkraft?" erläutert der Präsident des Bundesverbandes Windenergie e.V. (BWE), Dr. Peter Ahmels:

"Die Darstellung im Bericht aus Berlin, dass Windparks auch an Standorten gebaut werden, wo kein Wind weht, entbehrt jeder Grundlage. Das Erneuerbare Energien Gesetz sieht ausschließlich Vergütungen für die tatsächlich von Windenergieanlagen produzierten Kilowattstunden vor. Fehlt es am Wind, ist der Totalverlust für die Betreiber vorprogrammiert. Steuerzahler oder Stromkunden kommen in keiner Weise dafür auf. Im Gegenteil: In solchen Fällen kann sogar die Anrechnung der anfänglichen steuerlichen Verluste von Windfonds-Anlegern vom Finanzamt aberkannt werden.

Genauso falsch ist es, Regionen wie Sachsen-Anhalt oder Rheinland-Pfalz als windarm darzustellen. Dass Windkraft nur an der Küste geht, ist ein überholtes Vorurteil. Moderne Windkraftanlagen der Megawattklasse können heute im Binnenland genauso viel Wind ernten, wie die Mitte der Neunzigerjahre an der Küste installierten kleineren Anlagen. Ausweislich der Statistik des Deutschen Windenergie-Instituts werden heute aus einem Megawatt Windenergieleistung in Sachsen-Anhalt sogar etwas mehr und in Rheinland-Pfalz nur minimal weniger Kilowattstunden Strom gewonnen als in Schleswig-Holstein."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Eingriffe in das Stromnetz verteuern Strompreis

    Eingriffe in das Stromnetz durch die Netzbetreiber werden immer häufiger notwendig. Das kommt auch dem Verbraucher teuer zu stehen, denn die sogenannten "Redispatchmaßnahmen" werden letztendlich über den Strompreis finanziert.

  • Erde

    Studie: Mehr Geld für konventionelle Energien als für Ökostrom

    Einer Kurzanalyse zufolge werden konventionelle Energien im kommenden Jahr deutlich stärker gefördert als erneuerbare Energieträger. Demnach läge eine Umlage für Atom- und Kohlestrom deutlich über der EEG-Umlage.

  • Hochspannungsleitung

    Aktuelle Studie: Kosten für Windenergie sinken kontinuierlich

    Die Erzeugungskosten von Windstrom sind in Deutschland seit 1991 um 55 Prozent gesunken und werden in den nächsten sieben Jahren noch einmal um weitere 20 Prozent fallen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen WindGuard zur derzeitigen Vergütungsregelung und Entwicklung der Windenergie-Nutzung in Deutschland.

  • Energieversorung

    UBA-Studie: Strombedarf in Deutschland kann reduziert werden

    Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts hat ergeben, dass der Strombedarf in Deutschland bis zum Jahr 2020 um zwölf Prozent reduziert werden kann. Das ist technisch möglich und wirtschaftlich machbar. Voraussetzung dafür sind neben dem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien drastische Energiesparmaßnahmen und die Steigerung der Energieeffizienz.

  • Stromtarife

    Windenergie steigert Leistung um sieben Prozent

    Die im Auftrag des BWE und VDMA vom Deutschen Windenergie-Institut (DEWI) erhobenen Halbjahreszahlen bestätigen die bereits im Juni 2002 veröffentlichte Prognose über die Entwicklung der Windenergiebranche in 2003. Zwischen Januar und Juni 2003 wurden im Inland 536 neue Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 835 Megawatt neu installiert.

Top