ZDF-Sendung "heute journal"

BWE-Präsident Ahmels: "Angaben zur Windkraft-Förderung völlig überhöht"

Der Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), Dr. Peter Ahmels, hat einen Bericht der ZDF-Sendung "heute journal" scharf kritisiert. In dem Bericht würde völlig unterschlagen, dass der Windstrom die Kosten von sonst anderweitig zu erzeugendem Strom ersetzt. Allein dafür wären knapp eine Milliarde Euro von den geschätzten zwei Milliarden Euro Vergütungsvolumen abzuziehen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Zu dem am Dienstag in der ZDF-Sendung "heute journal" ausgestrahlten Beitrag "Subventionsabbau: Windkraft im Fokus" nimmt der Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), Dr. Peter Ahmels, Stellung:

"Die Behauptung, die Windkraft-Förderung summiere sich in diesem Jahr auf 2,6 Milliarden Euro, entbehrt jeder Grundlage. In dem Bericht wird völlig unterschlagen, dass der Windstrom die Kosten von sonst anderweitig zu erzeugendem Strom ersetzt. Allein dafür wären knapp eine Milliarde Euro von den geschätzten zwei Milliarden Euro Vergütungsvolumen abzuziehen. Dazu kommen weitere rund 0,25 Milliarden Euro vermiedene Netzkosten aufgrund der dezentralen, verbrauchsnahen Einspeisung der Windenergie. Diese heben in etwa die realen Kosten für Regelenergie und Netzausbau auf. Die Angaben von E.ON sind in jedem Fall falsch. Schon im Februar dieses Jahres hat das Bundeskartellamt Missbrauchsverfahren gegen RWE- und E.ON-Unternehmen wegen überhöhter Regelenergie-Preise eingeleitet.

Unter dem Strich bleibt damit allenfalls ein Förderbetrag von einer Milliarden Euro übrig. Dem steht gegenüber, dass die Windenergie schon heute über 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen und die damit verbundenen Klimafolgekosten vermeidet. Volkswirtschaftlich ist der Nutzen der Windenergie allemal höher als die Kosten."

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