Anbieterwechsel

Bußgelder gegen Telko-Anbieter verhängt

Beim Wechsel des Telekommunikationsanbieters fürchten Verbraucher vor allem eins: Plötzlich ohne Anschluss dazustehen. Damit das nicht passiert, greift die Bundesnetzagentur jetzt durch und verhängt Bußgelder.

telefonieren© Edler von Rabenstein / Fotolia.com

Bonn (dpa/red) - Die Wettbewerbsbehörde verhängte am Dienstag gegen drei große Telekommunikationsanbieter Bußgelder in Höhe von insgesamt 225.000 Euro und leitete gegen einen weiteren Konzern ein Verfahren ein. Die Unternehmen haben nach Auffassung der Behörde wiederholt ihre Pflichten beim Anbieterwechsel verletzt. Dadurch sei es bei tausenden Verbrauchern zu längeren Versorgungsunterbrechungen gekommen.

Die Telekommunikationskonzerne Vodafone (www.vodafone.de) und Telefónica/o2 (www.o2-online.de) bestätigten auf Anfrage von dpa, Bußgeldbescheide erhalten zu haben. Die Deutsche Telekom (www.telekom.de) räumte ein, dass gegen sie ein Verfahren eingeleitet worden sei. Die Bundesnetzagentur nannte selbst keine Namen.

Maximal ein Tag ohne Telefon

Auf die insgesamt vier betroffenen Anbieter entfallen laut Bundesnetzagentur rund 70 Prozent der Beschwerden über Probleme beim Anbieterwechsel. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, betonte, die Unterbrechung beim Anbieterwechsel dürfe "nicht länger als einen Kalendertag andauern". Der Gesetzgeber nehme dabei nicht nur den neuen, sondern auch den alten Anbieter in die Pflicht.

Wer beim Anbieterwechsel länger als einen Tag auf sein Telefon verzichten muss, kann sich direkt an eine Beschwerdestelle bei der Bundesnetzagentur wenden. "Wir gehen dann gezielt auf die im Einzelfall betroffenen Unternehmen zu, um einen zügigen und erfolgreichen Abschluss des Anbieterwechsels zu erreichen",sagte Homann. Allein im vergangenen Jahr war dies nach Angaben der Aufsichtsbehörde 4.500 Mal der Fall.

Mehr als drei Millionen Wechsel pro Jahr

Die Deutsche Telekom bestätigte, dass auch gegen sie inzwischen ein Verfahren eingeleitet worden sei. Der Telekommunikationsriese betonte aber gleichzeitig, er könne "den Schritt der Bundesnetzagentur nicht nachvollziehen". Jährlich gebe es in Deutschland mehr als drei Millionen Anbieterwechsel in Mobilfunk und Festnetz. Die allermeisten liefen ohne Probleme.

Ein Vodafone-Sprecher erklärte, das Unternehmen prüfe jetzt den Bescheid der Netzagentur und habe noch nicht über das weitere Vorgehen entschieden. Bei den bemängelten Vorgängen handele es sich "um wenige Extremfälle". Vodafone und Telefónica/o2 betonten, die Unternehmen hätten inzwischen große Anstrengungen unternommen, um den Anbieterwechsel reibungsloser zu gestalten.

75.000 Euro pro Anbieter

Die gesetzlich vorgesehene Bußgeldobergrenze bei Verstößen gegen die Regelungen zum Anbieterwechsel liegt laut Netzagentur bei jeweils 100.000 Euro. Zugunsten der betroffenen Anbieter sei berücksichtigt worden, dass sie sich aktiv an der branchenübergreifenden Bemühungen zur Verbesserung des Wechselprozesses beteiligt hätten. Daher sei nur ein Bußgeld in Höhe von jeweils 75.000 Euro festgesetzt worden. Die Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig.

DSL-Tarife kostenlos vergleichen - hier klicken

Quelle: DPA

Ausführliche Infos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
  • Internet-Tarifvergleich

    Tipps für den passenden Internettarif im September

    Den passenden Internettarif kann man nur finden, wenn man auch weiß, was man will. Nicht jeder benötigt ein Komplettpaket mit Allnet-Flat und TV-Option - andere können nicht ohne leben. Unsere Tipps zeigen die "kleinen" und die "großen" Tarife.

  • Computer

    Monatlich sparen: Günstige Internetanbieter im Februar

    Einige Internetanbieter haben auch im Februar wieder die Preise gesenkt oder ihre Tarife mit besonderen Vorteilen aufgewertet. O2 beispielsweise bietet Kombinationstarife für Mobilfunk und DSL vergünstigt an und bei 1&1 bleibt die Grundgebühr zwölf Monate lang reduziert.

  • Internet

    Unsere DSL-Tipps im Monat Februar

    DSL-Tipps gibt es im Februar zur Genüge. Aber wo sich besondere Vorteile sichern lassen, liegt im Tarif-Dschungel nicht unbedingt auf der Hand. Wir haben eine kleine Auswahl unter den günstigen Angeboten zusammengestellt.

  • SIM-Karten

    Mobilfunkdiscounter schneiden bei Umfrage gut ab

    Die Mobilfunkdiscounter schneiden bei den Kunden tendenziell besser ab als die Netzbetreiber, so das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Instituts für Service-Qualität im Auftrag von Computer Bild. Trotz schlechterem Netz punkten besonders die E-Plus-Discounter.

  • Smartphone

    Umfrage: Telekom mit mehreren Bestnoten

    Bei einer Umfrage unter 1.700 Handykunden schnitt die Telekom besonders gut ab. In vier von fünf Bereichen bekam der Magenta-Konzern die beste Bewertung unter den Netzbetreibern.

Top