Bundeswirtschaftsminister Müller gibt Gründung der Deutschen Energie-Agentur bekannt

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gründen die Deutsche Energie-Agentur GmbH (DEnA). Dies erklärten Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller und der Sprecher des Vorstandes der KfW, Hans W. Reich, kürzlich in Berlin.


Müller: "Das Energiesparen hat durch die gestiegenen Ölpreise eine neue, herausgehobene Bedeutung bekommen. Wir wissen, dass viele eigentlich wirtschaftlich rentable Energieeinsparmaßnahmen unterbleiben, weil wichtige Informationen oder Impulse fehlen. Hier wird die Deutsche Energie-Agentur auf Bundesebene tätig werden: Sie wird sich vorrangig um nachhaltige Verbesserungen bei Energieeinsparung und Energieeffizienz in privaten Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen sowie um die Nutzung regenerativer Energiequellen kümmern. Dies sind Aufgaben, die auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes besondere Bedeutung haben."


Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und die KfW beteiligen sich mit jeweils 50 Prozent an der DEnA, die als rechtlich selbständige Einrichtung in Form einer GmbH arbeiten wird. Nach einer Anschubfinanzierung durch BMWi und KfW soll sich die Agentur über die Einwerbung von Sponsoren, die Akquisition von Beratungsaufträgen und Haushaltsmittel finanzieren. Die Agentur wird zur Erfüllung ihrer Aufgaben mit bestehenden Energieagenturen auf Länder- und Regionalebene, mit Umwelt und Verbraucherverbänden sowie der Wirtschaft und ihren Verbänden zusammenarbeiten.


Zu den ersten Aufgabenschwerpunkten der Energieagentur gehören die Einrichtung einer bundesweit agierenden Informationsstelle (Call Center, Internet), die Entwicklung und Durchführung einer Informationskampagne zur Energieeinsparung im Gebäudebereich, Initiativen zu verbesserter Information und Beratung im Bereich effizienter Elektrogeräte in privaten Haushalten und Büros (z. B. Leerlauf- (Standby-) Verluste, Kennzeichnung energiesparender Geräte und Anlagen) und eine beratende Tätigkeiten für die Gestaltung und Entwicklung von Förderprogrammen des Bundes und der KfW. Als weiterer Schritt steht eine "Best Practice-Initiative" nach erfolgreichen ausländischen Vorbildern auf dem Programm, die praxisnahe Ratschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen bereitstellen soll.


Die DEnA wird ihren Sitz in Berlin haben. Geschäftsführer soll Stephan Kohler werden, gegenwärtig Geschäftsführer der Niedersächsischen Energie-Agentur und Vorsitzender des Bundesverbandes der deutschen Energieagenturen. Der Sprecher des Vorstands der KfW, Hans W. Reich, erklärte hierzu, die KfW befasse sich bereits seit mehr als 4 Jahrzehnten mit der Umweltförderung und sei Deutschlands bedeutendste Förderbank auf diesem Gebiet. Von einem Kreditvolumen von 6 Milliarden Euro in 1999 in diesem Bereich entfielen allein 4 Milliarden Euro auf die Förderung von Energieeinsparung, rationellerer Energieverwendung und erneuerbaren Energieträgern. "Die KfW wird in den Bereichen Energieeinsparung und Umweltschutz auch in Zukunft ihre Finanzierungstätigkeit ausbauen und dabei vor allem ihre Beratungsaktivität verstärken. Das Engagement der KfW in der Energieagentur ist hierfür ein sinnvoller Baustein" so Reich.

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