Bundesverband WindEnergie: "RWE betreibt Abzockerei"

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Als "Abzockerei" bezeichnet der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) die jüngste Strompreiserhöhung der RWE Energie AG. "Dass der Energieriese RWE die Anhebung um 0,6 Pfennig je Kilowattstunde mit der verstärkten Nutzung der erneuerbaren Energien begründet, ist eine Frechheit", so BWE-Geschäftsführer Carlo Reeker wörtlich (zur Strompreiserhöhung lesen Sie hier.). Der BWE mache deshalb darauf aufmerksam, dass die Bundesregierung in Begründung zum Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) eine Mehrbelastung von 0,1 Pfennig je Kilowattstunde berechnet habe.



Ermöglicht werde der RWE die Preisanhebung durch eine bundesweite Verteilung des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Seit dem 1. April diesen Jahres sei die RWE auf Grundlage des EEG verpflichtet, einen Teil des Windstroms, welcher an der Küste produziert wird, abzunehmen. Je Kilowattstunde Windstrom bezahle der Energieversorger 17,8 Pfennig. Falls RWE durch die Aufnahme der sauberen Energie im Vergleich zur Stromproduktion aus Kohle- oder Atomkraftwerken Mehrkosten entstünden, könnten diese laut EEG auf die Stromkunden umgelegt werden. "Bei einer Preissteigerung von 0,6 Pfennig müssten der RWE demnach je Kilowattstunde aufgenommen Windstrom über 17 Pfennig an Mehrkosten entstanden sein, das ist absurd", so Reeker.



Die "schamlos überzogene Anhebung der Strompreise" durch die RWE zeigt nach Auffassung des BWE, dass eine stärkere Preisaufsicht der Länder "dringend erforderlich" ist. Dazu der BWE-Geschäftsführer: "Die zunehmende Monopolbildung innerhalb der Elektrizitätswirtschaft erfordert eine verbesserte Missbrauchskontrolle. Wir haben die Strompreisaufsicht des Landes Nordrhein-Westfalens gebeten, die Preisanhebung der RWE noch einmal zu überprüfen".



Weiter macht der BWE darauf aufmerksam, dass es dank der bundesweiten Umverteilungsregelung in einigen Regionen zu Strompreissenkungen kommen muss. "Da in der Vergangenheit in Küstenregionen Preiserhöhungen teilweise mit der Begründung der Windstromaufnahme genehmigt wurden, müssen hier aufgrund der Entlastungen durch das EEG die Preise wieder gesenkt werden", ist sich Reeker sicher.



Die "Krone in Sachen Missbrauch" setze derzeit die OIE Aktiengesellschaft aus Idar-Oberstein dem Ganzen auf. Das Tochterunternehmen der RWE Energie AG verlange für die Messung der aufgenommenen Windstrommengen neuerdings einen 19fach höheren Preis. "Die Begründung der RWE, dass aufgrund des EEGs höhere Aufwendungen für die Messung anfallen werden, ist an den Haaren herbeigezogen", kommentiert der Sprecher des BWE das Vorgehen des Netzbetreibers.

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