Interview

Bundesverband: Sonne ist Energiequelle der Zukunft

Seit 1990 steigt die Zahl der Solarenergieanlagen unaufhörlich. Im Gespräch zeigt sich der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi), Gerhard Stryi-Hipp, zuversichtlich, dass Solarwärme und Solarstrom auch weiterhin an Bedeutung gewinnen: "Mit Solarwärme sollte sich jeder beschäftigen, der etwas für die Zukunft tun will".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Magdeburg (ddp-lsa) - Die Bedeutung der Solarenergie an der Energieversorgung nimmt langsam, aber stetig zu. "Solarwärme und Solarstrom werden in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi), Gerhard Stryi-Hipp, der Nachrichtenagentur ddp. Seit 1990 sei die Zahl der Anlagen kontinuierlich gestiegen. Auch in diesem Jahr rechne der Bsi wieder mit zweistelligen Zuwachszahlen in der Solarbranche.

"Trotz aller Anstrengungen ist die bisher erbrachte Leistung von Solarenergieanlagen jedoch nur eine bescheidene Ausbeute", bedauerte Stryi-Hipp. Um den Markt aufzubauen, seien sowohl Anlagen zur Solarstromgewinnung als auch zur Solarwärmegewinnung sinnvoll. Generell gelte, so viel wie möglich auf die Dächer zu bauen, um den Landschaftsverbrauch gering zu halten. Dennoch werde die Bedeutung von großen Solarparks in den nächsten Jahren zunehmen.

"Der Anteil der Photovoltaik an allen erneuerbaren Energiequellen lag 2003 deutlich unter einem Prozent", stellte Stryi-Hipp fest. Trotzdem lasse sich mit einer Solarstromanlage Geld verdienen. Durch die im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) der Bundesregierung garantierte Einspeisungsvergütung werde der Bau einer solchen Anlage refinanziert. "Eine Rendite fällt dabei auch ab", sagte Stryi-Hipp.

"Die Technik zur Gewinnung von Solarenergie muss heute weiterentwickelt werden", forderte Stryi-Hipp. Nur so könne in 30 Jahren der Anteil an Solarenergie geliefert werden, der in Deutschland benötigt wird. Vor allem die Kosten müssen nach Auffassung von Stryi-Hipp reduziert werden. "Eine Brauchwasseranlage zur Gewinnung von Solarwärme ist für Eigenheimbesitzer schon jetzt eine überschaubare Investition", erklärte Stryi-Hipp. Zudem fördere das Marktanreizprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums die Installation von Solarthermie-Anlagen. Etwa 600 000 Anlagen gebe es bereits auf den Dächern deutscher Ein- und Zweifamilienhäuser. Eine Zunahme von 30 bis 40 Prozent pro Jahr könne man noch bis 2006 erwarten. Dann werde die Gesamtfläche aller Solarenergiekollektoren mehr als zehn Millionen Quadratmeter betragen. "Mit Solarwärme sollte sich jeder beschäftigen, der etwas für die Zukunft tun will", betonte Stryi-Hipp.

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