Bereits am Freitag

Bundestag debattierte über Energieforschung

Regierungsfraktionen und Opposition präsentierten im Bundestag unterschiedliche Auffassungen zur Energieforschung. Während die "Grünen" Energiespartechnologien und erneuerbare Energien unterstützen wollen, fordern CDU und CSU einen Ausbau der Grundlagenforschung und eine Abkehr vom Atomausstieg.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Am vergangenen Freitag beschäftigte sich der Bundestag auch mit der Energieforschung. "Wir sollten heute festlegen, dass Kohlekraftwerke ab 2020 kein Kohlendioxid mehr in die Atmosphäre abgeben dürften", forderte beispielsweise Hans-Josef Fell, Sprecher für Forschung und Technologie von Bündnis 90/Die Grünen. Denn saubere Kohle werde es nicht geben, "clean coal" sei nicht mehr als ein PR-Begriff der Kohle-Lobby. Bei der Kohlendioxid-Abtrennung entstünden viel zu hohe Zusatzkosten. Daher forderte Fell, im Sinne der Umwelt- und Arbeitsplätze Steuermittel nicht zu verschwenden, sondern die Energie-Forschungsförderung auf die erneuerbaren Energien und Energiespartechnologien umzulenken.

Die Opposition kritisierte hingegen die einseitige Konzentration auf erneuerbare Energien. Katherina Reiche, forschungspolitische Sprecherin und Axel Fischer, zuständiger Berichtserstatter von CDU/CSU bezeichneten es als "unverantwortlich", sich auf die subventionierte Markteinführung unrentabler erneuerbarer Energien zu konzentrieren und gleichzeitig wesentliche Forschungsbereiche zu vernachlässigen. "Die teilweise chaotischen Zustände, großen Reibungsverluste und unnötigen Verzögerungen bei der Entscheidung energieforschungspolitischer Fragen durch Abstimmungsprobleme zwischen Umwelt-, Wirtschafts- und Forschungsministerium müssen beendet werden", forderten sie.

Gleichzeitig wiesen sie auf ihren Antrag "Energieforschung zukunftsfähig gestalten" hin. Damit hätten CDU und CSU ein schlüssiges und zukunftsgerichtetes Energieforschungskonzept vorgelegt. Ziel sei die möglichst schnelle Rückkehr zu einer angemessenen finanziellen Ausstattung der Grundlagenforschung. Möglichst alle technologischen Optionen seien für die Zukunft offen zu halten. Der Ausstieg aus der Kernforschung gehe an den wesentlichen Erfordernissen für den Forschungsstandort Deutschland vorbei, bekräftigten Reiche und Fischer erneut den Standpunkt der Opposition.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Vattenfall

    Tschechische EPH-Gruppe übernimmt Vattenfall-Braunkohle

    Das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall geht an die tschechische Firmengruppe EPH. Die Tschechen erhalten dabei Gelder für die Rekultivierung in der Lausitz. Rund 8.000 Menschen arbeiten dort derzeit bei Vattenfall. Bis 2020 soll es keine betrieblichen Entlassungen geben.

  • Stromtarife

    Studie: In 2020 Solarstrom für eine Milliarde Menschen

    Einer aktuellen Studie von Greenpeace und dem europäischen Industrieverband für Photovoltaik zufolge könnten langfristig 60 Prozent der weltweiten Energieversorgung aus Solarenergie gedeckt werden. In 15 Jahren könnte mehr als eine Milliarde Menschen mit Solarstrom versorgt werden, haben die Verbände errechnet.

  • Strom sparen

    Grüne: Ökosteueränderungen möglicherweise noch vor der Wahl

    Der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Reinhard Loske hält Reformen der Ökosteuer noch vor der Bundestagswahl 2006 für möglich. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat indes vor einem ökologisch maskierten Protektionismus gewarnt, und auch die FDP lehnt eine Weiterentwicklung der Ökosteuer ab.

  • Stromtarife

    FDP fragt nach Förderung neuer Energieübertragungstechnologien

    Die FDP-Bundestagsfraktion hat im Bundestag eine Anfrage gestartet und erkundigt sich bei der Regierung über die Förderung neuer Technolgien für eine effektive Energieübertragung. Grund sind widersprüchliche Aussagen von Umweltminister Jürgen Trittin zu Freileitungen und Erdkabeln.

Top