In Berlin

Bundestag debattiert über neuen Job von Alt-Kanzler Schröder

Der Bundestag befasst sich momentan mit der umstrittenen Berufung von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in den Aufsichtsrat des russisch-deutschen Gaspipeline-Konsortiums. Die FDP hat hierzu eine "Aktuelle Stunde" beantragt. Der DIHK forderte unterdessen die totale Transparenz.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Hamburg (ddp/sm) - Der Vorstandsvorsitzende des russischen Energieriesen Gazprom, Alexej Miller, hat indes die Bedeutung des Ex-Kanzlers für das Projekt hervorgehoben. Schröder habe viel dafür getan, dass es zustande gekommen sei, sagte Miller der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe). In seiner künftigen Funktion als Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft spielten Schröders Kontakte eine "wichtige Rolle".

Der Gazprom-Chef betonte, die Entscheidung für das Angebot an den Alt-Kanzler sei gemeinsam von den Gazprom-Aktionären getroffen worden - "also Gazprom, E.ON, BASF". Das Angebot sei zu dem Zeitpunkt gemacht worden, "als bekannt wurde, dass Herr Schröder die große Politik verlässt und Deutschland einen neuen Kanzler haben wird". Anfänglich habe Schröder "keine positive Antwort" gegeben. "Sein endgültiges Einverständnis haben wir am Tag des Baubeginns an der Ostsee-Gaspipeline NEGP bekommen, am Freitag, dem 9. Dezember", betonte Miller.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat Schröder aufgefordert, die Details seines neuen Jobs öffentlich zu machen. "Schröder sollte jetzt die Klarheit und Transparenz schaffen, die die ehemalige rot-grüne Bundesregierung oft bei Managergehältern eingefordert hat", sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun der "Berliner Zeitung". Er betonte zugleich, dass er den Schritt des Alt-Kanzlers grundsätzlich positiv sehe, weil "ein Deutscher eine wichtige Position in einem bedeutenden Unternehmen" einnehme. Die langfristige Zusammenarbeit mit Russland und russischen Firmen auf dem Energiemarkt sichere Deutschland einen "Großteil seines künftigen Energiebedarfs".

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