CO2-Zertifikate

Bundestag beschließt Verordnung zum Emissionshandel

Der Bundestag hat in der Nacht zum Freitag den Weg frei gemacht für die Versteigerung von Emissionsrechten. Die entsprechende Verordnung regelt die Versteigerung von jährlich 40 Millionen Emissionszertifikaten für die Jahre 2010 bis 2012, die den Betreibern von Kraftwerken nicht kostenlos zugeteilt wurden.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - In den kommenden drei Jahren soll wöchentlich eine bestimmte Menge der Luftverschmutzungsrechte versteigert werden. Der Handel mit Emissionsrechten geht auf das Kyoto-Klimaprotokoll zur Reduzierung von Schadstoffemissionen zurück.

Anreiz zur Senkung des CO2-Ausstoßes

Die Grundidee des Emissionshandels besteht darin, dass den beteiligten Unternehmen eine bestimmte Höchstmenge für den Ausstoß von Kohlendioxid zugebilligt wird. Kommt ein Unternehmen mit weniger Zertifikaten aus, etwa durch Investitionen in moderne Anlagen, können diese Scheine verkauft werden. Unternehmen, die mehr brauchen, müssen dagegen ihren CO2-Ausstoß durch klimafreundliche Technologien und Brennstoffe reduzieren oder zusätzliche Zertifikate erwerben.

In der EU startete der Emissionshandel am 1. Januar 2005. Die erste Handelsperiode umfasste den Zeitraum von 2005 bis 2007, die zweite Periode die Jahre von 2008 bis 2012. In der ersten Handelsperiode wurden in Deutschland die Zertifikate noch zu 100 Prozent kostenlos zugeteilt, seit Anfang 2008 werden auch Zertifikate verkauft.

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