Keine Laufzeitenverlängerung

Bundesregierung sieht keine Zukunft für Atomenergie

Nach Meinung von Wirtschaftsminister Clement und Umweltminister Trittin gehört die Atomenergie mittelfristig nicht zu einem zukunftsfähigen Energiemix. Daher sollte die Union ihren Kurs auf verlängerte Laufzeiten nicht fortsetzen und stattdessen die erneuerbaren Energien als Alternative fördern.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Bundesregierung sieht in der Atomenergie keine Zukunft mehr. Sowohl Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) als auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) betonten am Donnerstag im Bundestag, Kernenergie gehöre mittelfristig nicht zu einem "zukunftsfähigen Energiemix".

Beide wiesen zugleich Vorwürfe der Opposition zurück, dass die rot-grüne Energiepolitik zu einem Ausbleiben von Investitionen geführt hätte. Das Gegenteil sei der Fall, betonte Trittin unter Verweis auf milliardenschwere Investitionen von Energiekonzernen wie RWE oder Vattenfall.

Trittin warnte die Union davor, ihren Kurs auf verlängerte Betriebsgenehmigung der Reaktoren in Deutschland fortzusetzen. Eine Laufzeitverlängerung auf 60 Jahre bedeute eine Verdoppelung der Atommüllmenge, die eingelagert werden müsse, sagte der Minister. Im Übrigen sollten CDU/CSU endlich klar sagen, dass es nicht allein um längere Laufzeiten, sondern letztlich um Neubau von Atomkraftwerken gemäß dem Motto gehe: "Vorwärts zurück in die 70er Jahre".

Clement betonte, die Alternative zur Kernenergie liege in den erneuerbaren Energien, die bereits um das Jahr 2015 herum einen Anteil von 20 Prozent an der gesamten Stromproduktion haben würden. Ein effektiver Energieeinsatz werde zu weiteren Einsparungen beitragen, zeigte sich Clement auch mit Blick auf den anhaltend hohen Ölpreis überzeugt. Von "außerordentlicher Bedeutung" werde zudem eine "Energiepartnerschaft" mit Russland sein.

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