Kapazitäten

Bundesregierung sieht keine Platzprobleme für Atommüll

Die Bundesregierung sieht vorerst keine Platzprobleme bei der Unterbringung von Atommüll. Trotz der geplanten längeren Laufzeiten seien weitere Zwischenlager ihrer Ansicht nach nicht notwendig, berichtet das "Hamburger Abendblatt" in seiner Ausgabe vom Donnerstag unter Hinweis auf die Beantwortung einer Kleinen Anfrage der Grünen-Fraktion.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Auf die Frage, wie es bei einer Laufzeitverlängerung bestellt sei um die Kapazitäten der Zwischenlager Biblis, Brokdorf, Grafenrheinfeld, Gundremmingen und Krümmel, heißt es in der Stellungnahme, "dass im Falle einer Laufzeitverlängerung um zehn Jahre bei vollem Leistungsbetrieb bei keinem der genannten Zwischenlager die genehmigte Gesamtmasse innerhalb der Betriebszeit der Reaktoren erreicht würde".

Lediglich für das stillgelegte Kernkraftwerk Obrigheim sei die Errichtung eines Zwischenlagers beantragt worden, heißt es. "Darüber hinaus sind der Bundesregierung keine Pläne bekannt, vorhandene Zwischenlager auszubauen oder neue einzurichten." Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, hält die Angaben der Regierung für nicht plausibel: "Ich bezweifle diese Aussagen und wundere mich, dass das Bundesumweltministerium sie nicht richtig belegt. Nach unseren Berechnungen wären beispielsweise die Kapazitäten von Biblis sehr früh erschöpft."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atomenergie Gefahr

    Stresstest: Nicht genug Atom-Rückstellungen für den "Worst Case"

    Der Stresstest zu den Rückstellungen der Atomkonzerne sorgt für Unstimmigkeiten in der Politik. Während Sigmar Gabriel die Ergebnisse dahin gehend interpretiert, dass die Gelder der Konzerne ausreichen werden, warnt die Opposition davor, sich auf den Ergebnissen auszuruhen. Der Test zeigt auch, dass die Rückstellungen bei ungünstigen Umständen bei weitem nicht ausreichen würden.

  • Hochspannungsleitung

    Lage im deutschen Stromnetz hat sich verbessert

    Trotz aller Warnungen von Kritikern der Energiewende ist ein großer Blackout im deutschen Stromnetz bisher ausgeblieben. Der neue Netzbericht zum vergangenen Winter zeigt, dass gerade im Süden die Lage schwierig ist. Eine Ohrfeige hat sich das Regierungspräsidium Darmstadt eingefangen.

  • Hochspannungsleitung

    Abgeschwächte Atomstandards: Irritationen in Holstein (Upd.)

    Das Land Schleswig-Holstein sieht Lücken in den von der Bundesregierung geplanten Vorgaben zur Sicherheit von Atomkraftwerken. "Als für Reaktorsicherheit zuständiger Minister bin ich mit dem Kompromiss nicht zufrieden", sagte Landesjustizminister Emil Schmalfuß (parteilos) der "Financial Times Deutschland". Das blieb nicht ohne Reaktionen.

  • Hochspannungsleitung

    Atomlager Schacht Konrad verzögert sich

    Der Bau des Atommüllendlagers Schacht Konrad verzögert sich - womöglich um bis zu fünf Jahre bis 2019. Ein Sprecher des Bundesamts für Strahlenschutz sagte am Donnerstag auf dapd-Anfrage, kürzlich sei ein Verzug bei der Errichtung des Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gemeldet worden.

  • Stromnetz Ausbau

    Grüne stellen nach Atom-Deal Schwarz-Grün in Frage

    Die Grünen haben der schwarz-gelben Bundesregierung angesichts der jüngsten Atom-Entscheidung den Kampf angesagt. Bei ihrer Herbstklausur am Mittwoch in Mainz verurteilte die Grünen-Fraktion die geplanten Laufzeitverlängerungen für deutsche Atomkraftwerke und kündigte heftigen Widerstand an.

Top