Antwort

Bundesregierung: Emissionshandel als Instrument des Klimaschutz geeignet

Der Handel mit Zertifikaten für Treibhausemissionen ist nach Ansicht der Bundesregierung dazu geeignet, klimaschutzpolitische Ziele zu erreichen und die Kosten dafür zu senken. Allerdings müsse zuvor eine effiziente Gesamtstrategie entwickelt werden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Bundesregierung hält den Handel mit Zertifikaten für Treibhausgasemissionen (Emissionshandel) für ein Instrument, mit dem sich klimaschutzpolitische Ziele wirksam erreichen und zugleich die Kosten des Klimaschutzes senken lassen. Darauf verweist sie in ihrer Antwort (Bundestagsdrucksache 14/7963) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (Bundestagsdrucksache 14/7876).

Ein EU-weiter Emissionshandel könne dazu beitragen, dass die Klimaschutzziele, zu denen sich die Mitgliedstaaten verpflichtet haben, kostengünstig und wachstumsverträglich erreicht werden. Allerdings müssten mit diesem neuen Instrument Erfahrungen gesammelt werden, um genauer abschätzen zu können, welche positiven oder negativen Auswirkungen sich daraus ergeben. Für die Erstverteilung der Zertifikate seien EU-weit harmonisierte Kriterien erforderlich. Diese müssten vergleichbare Klimaschutzanstrengungen von allen am Emissionshandel teilnehmenden Unternehmen fordern und Wettbewerbsverzerrungen verhindern. Der EU-Richtlinienentwurf, der die Einführung eines europaweiten Handels mit Emissionszertifikaten für bestimmte Branchen oder Anlagen ab 2005 vorsieht, entspricht nach Darstellung der Regierung in einigen Punkten nicht der deutschen Position.

Die Bundesregierung verlange dafür eine "Pilotphase" mit freiwilliger Teilnahme und ergebnisoffener Auswertung, deren Ergebnisse in die endgültige Gestaltung eines EU-Emissionshandels ab 2008 einfließen könnten. Ihr gehe es nicht um ein isoliertes nationales Handelssystem, sondern um die nationale Nutzung des Emissionshandels im Rahmen eines EU-weiten Konzepts. Er müsse mit den Instrumenten des deutschen Klimaschutzprogramms, etwa der freiwilligen Selbstverpflichtungen und der Energiebesteuerung, sowie Instrumenten auf EU-Ebene zu einer "wirksamen und effizienten Gesamtstrategie" verknüpft werden. Die Regierung hält es für erforderlich, allen Akteuren eine längerfristige Perspektive und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionsentscheidungen zu geben.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strom sparen

    Hohe Strompreise sind politisch gewollt

    Die Strompreise sind hoch wie nie, und aller Voraussicht nach werden sie im kommenden Jahr erneut merklich steigen.

  • Ökostrom

    Merkel will Energiewende reformieren

    Es soll eines der ersten Projekte nach der Wahl werden: Die Reform der Energiewende. Die Kanzlerin will ein Ende des Schubladendenkens, eine Reform aus einem Guss. De facto bedeuten Merkels Pläne aber wohl einen gebremsten Ökostrom-Ausbau - weil der Netzausbau nicht hinterherkommt.

Top