Rahmenbedingungen

Bundesnetzagentur regelt Beschaffung von Verlustenergie

Die Bundesnetzagentur hat jetzt in einer Festlegung die Rahmenbedingungen zur Beschaffung von Verlustenergie sowie zum Verfahren für die Bestimmung der Netzverluste erlassen. Damit sollen "Intransparenzen und Ineffizienzen" abgebaut werden, sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Demnach müssen Stromnetzbetreiber ihre Verlustenergie in eine langfristig prognostizierbare Verlustenergie sowie eine Kurzfristkomponente aufteilen. Die der Langfristkomponente zugeordnete Energie muss durch eine Ausschreibung beschafft werden, für die Kurzfristkomponente soll über eine Ausschreibung ein Dienstleister gefunden werden. Alternativ können die Netzbetreiber auch beide Komponenten eigenhändig über einen börslich organisierten Handelsplatz beschaffen.

"Die Bundesnetzagentur hat bei der Festlegung der Rahmenbedingungen den Netzbetreibern an zahlreichen Stellen bewusst Handlungsspielräume dort belassen, wo eine behördliche Detailvorgabe entbehrlich war und die sich daraus ergebenden Freiheiten für eine möglichst effiziente und preisgünstige Beschaffung genutzt werden können", erklärte Kurth.

Die Vorgaben richten sich an alle Stromnetzbetreiber mit mehr als 100.000 angeschlossenen Kunden. Sie sollen sicherstellen, dass die für den Ausgleich von Netzverlusten benötigten Energiemengen in marktorientierten, transparenten und diskriminierungsfreien Verfahren beschafft werden. Mit der Festlegung sollen "noch bestehende Intransparenzen und Ineffizienzen" abgebaut werden, so Kurth.

Bei der Verlustenergie handelt es sich um physikalisch bedingte Netzverluste, die bei Transport, Umspannung oder Verteilung zustande kommen und in der Folge nicht mehr als elektrische Energie im Netz zur Verfügung stehen.

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