Wettbewerbshüter

Bundeskartellamt untersagt EAM-Beteiligung an Stadtwerken Eschwege

Der Kasseler Energieversorger EAM Energie AG darf sich nicht an der Stadtwerke Eschwege GmbH beteiligen. Das Bundeskartellamt untersagte dem zum E.ON-Konzern gehörende Regionalversorger den Erwerb einer 30-prozentigen Beteiligung, weil eine Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung von E.ON zu erwarten ist.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Bundeskartellamt hat der zum E.ON-Konzern gehörenden EAM Energie AG (Kassel) den Erwerb einer 30-prozentigen Beteiligung an der Stadtwerke Eschwege GmbH untersagt. Grund: Die beabsichtigte Beteiligung verstärke die marktbeherrschende Stellung des E.ON-Konzerns sowohl beim Absatz von Strom als auch beim Absatz von Gas.

Diese Entscheidung ist die erste in einer Reihe von Beteiligungsvorhaben des E.ON-Konzerns an Stadtwerken, über die das Bundeskartellamt noch jeweils im Einzelfall entscheiden wird. Kartellamtspräsident Dr. Ulf Böge: "Das Bundeskartellamt hat darauf zu achten, dass die Märkte offen bleiben, damit auch künftig Wettbewerb möglich ist. Eine noch stärkere, langfristige Absicherung der Absatzmärkte durch die Beteiligung des E.ON-Konzerns an Stadtwerken kann weitere Marktverschließungseffekte und damit eine Beschränkung des Wettbewerbs zur Folge haben."

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