Zugeständnisse

Bundeskartellamt stellt Preismissbrauchsverfahren gegen Gasag ein

Das Bundeskartellamt hat zum Ende 2008 sein Preismissbrauchsverfahren gegen den Berliner Gasversorger Gasag endgültig eingestellt. In einem Schreiben habe die Behörde erklärt, dass von der Gasag 2007 keine missbräuchlich überhöhten Preise verlangt worden seien, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auch für 2008 habe das Amt das Verfahren eingestellt.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/sm) - Die Gasag habe laut Bundeskartellamt in beträchtlichem Umfang eigene gestiegene Gasbezugskosten nicht an die Endkunden weitergegeben, hieß es.

Auf Druck der Kartellwächter hatte die Gasag Mitte Dezember zugesagt, eine geplante Preissenkung vorzuziehen. Zum 1. Februar werden die Preise für Erdgas um 0,3 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Dies entspricht einem Preisrückgang um rund vier Prozent. Diese Senkung mit einem Volumen von drei Millionen Euro werde in diesem Jahr «weder ganz noch teilweise aufgehoben oder rückgängig gemacht», betonte ein Sprecher. Am 1. September 2008 waren die Gasag-Tarife noch um 0,8 Cent je Kilowattstunde angehoben worden.

Das Bundeskartellamt hatte im März vergangenen Jahres gegen 35 regionale Gasversorgungsunternehmen Verfahren wegen des Verdachts missbräuchlich überhöhter Gaspreise für Haushalts- und Gewerbekunden eingeleitet. Die Behörde hatte in einem Marktvergleich Unterschiede von 25 bis 45 Prozent festgestellt.

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