Wegen Preiserhöhungen

Bundeskartellamt prüft Missbrauchsverfahren gegen Gasversorger

Der Präsident des Bundeskartellamts Ulf Böge hat heute in einem Interview mit dem Radiosender NDR Info angekündigt, das Einleiten von Missbrauchsverfahren wegen möglichweise unrechtmäßiger Gaspreiserhöhungen zu prüfen. Dabei geht es insbesondere um die Preisunterschiede zwischen den Bundesländern.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Das Bundeskartellamt prüft im Zusammenhang mit Preiserhöhungen zahlreicher Gasversorger das Einleiten von Missbrauchsverfahren gegen solche Unternehmen. Derzeit werde untersucht, wie stark die Unterschiede bei den Preisen in den einzelnen Bundesländern sind, erläuterte der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, am Mittwoch im Radiosender NDR Info in Hamburg. Diese umfassten zum Teil bis zu 40 Prozent.

"Das ist ein Unterschied, der sich in einem wettbewerblichen System so nicht erklären lässt", sagte Böge. Das Argument der Versorger, dass die Bezugskosten des Gases sich entsprechend erhöht hätten, sei nur zum Teil richtig. "Und diese Differenz, die da besteht, ist aus unserer Sicht zum Teil ein Missbrauch", erläuterte Böge. "Das versuchen wir aufzuklären und abzustellen", fügte er hinzu.

Gleichzeitig sprach sich Böge erneut gegen die Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis aus. "Eine solche Kopplung ist nicht erforderlich und ist auch volkswirtschaftlich völlig falsch", sagte er. Die Preiskopplung solle vor allem durch die Abschaffung von Langfristverträgen aufgehoben werden.

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