Unzulässige Absprachen

Bundeskartellamt ermittelt gegen Flüssiggasunternehmen

Das Bundeskartellamt hat am Dienstag in einer bundesweiten Aktion Unternehmen der Flüssiggasbranche in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen durchsucht. Gegenstand der Durchsuchung waren insgesamt zwölf Objekte. Verdacht: Die Unternehmen praktizieren verbotene Kundenschutzabreden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Bundeskartellamt hat gestern in einer bundesweiten Aktion Unternehmen der Flüssiggasbranche durchsucht. Gegenstand der Durchsuchung, bei der das Bundeskartellamt von den Landeskriminalämtern unterstützt wurde, waren insgesamt zwölf Objekte in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Betroffen sind die Märkte für Tank- und Flaschengas. Dies bestätigt das Amt auf Anfrage, ohne Angaben über den Kreis der betroffenen Unternehmen zu machen.

"Das Bundeskartellamt geht dem Verdacht nach, dass sich Unternehmen der Flüssiggasbranche seit Jahren absprechen und nach Paragraph 1 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) verbotene Kundenschutzabreden praktizieren. Die Unternehmen sollen sich gegenseitig zugesichert haben, ihre jeweils bestehenden Kundenstämme zu respektieren", kommentierte Kartellamtspräsident Ulf Böge die Aktion.

Dem Amt liegen Beschwerden von Verbrauchern vor, die nach drastischen Preiserhöhungen vergeblich versucht haben, einen neuen Anbieter zu finden. Eine ähnliche Wettbewerbsbeschränkung, den Kundenwechsel zu beschränken, hat das Amt erst kürzlich in der Versicherungsbranche festgestellt und mit Bußgeldbescheiden geahndet.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen fordert das Bundeskartellamt Endkunden, die bei einem Lieferantenwechsel auf Schwierigkeiten gestoßen sind, auf, sich unter Nennung ihres bisherigen Lieferanten und aller weiterer Lieferanten, die sich geweigert haben, ein Alternativangebot zu unterbreiten, beim Kartellamt zu melden: Bundeskartellamt, Kennwort: Flüssiggas, Kaiser-Friedrich-Str. 16, 53113 Bonn.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Pflegeversicherung

    Eigenanteil bei Pflegekosten: Preise klaffen weit auseinander

    Wie hoch der Eigenanteil bei den Kosten für ein Pflegeheim ist, hängt stark davon ab, wo man in Deutschland untergebracht ist. Die durchschnittlichen Kosten liegen in Thüringen bei 225 Euro, im Saarland sind es hingegen 869 Euro.

  • Strompreiserhöhung

    Vergleich: Belastung durch Stromkosten im Osten deutlich höher

    Bei den Stromkosten trifft es Verbraucher im Osten des Landes deutlich härter als im Westen. Das liegt zum einen daran, dass die Strompreise variieren. Zum anderen fällt wegen der unterschiedlich hohen Gehälter die Belastung für Ostdeutsche aber noch höher aus.

  • Stromtarife

    Erfolg: Weitere Gasversorger frieren Preise ein

    Das Bundeskartellamt vermeldet zwei weitere Erfolge: Nach Einleitung von Verfahren wegen des Verdachts missbräuchlicher Preisgestaltung haben sowohl die Mitgas GmbH als auch die Stadtwerke Ulm eingelenkt. Beide werden ihre Preise bis Oktober nicht weiter erhöhen. Das Verfahren gegen RWE ist noch nicht abgeschlossen.

  • Strom sparen

    Kartellamt stellt Ermittlungen gegen MITGAS ein

    Bis September bleiben die Gaspreise des mitteldeutschen Versorgers MITGAS unverändert. Das ist das Ergebnis einer Überprüfung, die das Bundeskartellamt heute abgeschlossen hat. MITGAS gehörte zu den fünf deutschen Energieunternehmen, gegen die das Kartellamt in Bonn wegen überhöhter Gaspreise ermittelt hatte.

  • Strompreise

    Gasversorger reagieren offenbar auf Preisproteste

    Viele Stadtwerke haben trotz Preiserhöhungen der Gaslieferanten zum 1. April auf eine Erhöhung der Verbraucherpreise verzichtet. Das sagte zumindest Gasverbandschef Uwe Steckert der WAZ. Gleichzeitig wurde das Ergebnis der kartellrechtlichen Überprüfung der Gaspreise in Nordrhein-Westfalen bekannt.

Top