Längere Prüfung

Bundeskartellamt: Bedenken gegen EnBW-Einstieg bei EWE

Das Bundeskartellamt hat Bedenken gegen den Einstieg der EnBW beim Oldenburger Versorger EWE. Das Vorhaben würde auf den Gasmärkten in Ostdeutschland zur Verstärkung marktbeherrschender Stellungen von Beteiligungsunternehmen der EnBW und der EWE führen, kritisierte die Behörde.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - Statt wie zunächst geplant zum 8. Januar 2009 kündigte das Kartellamt seine Entscheidung nun für den 9. März an. Das teilte das Amt den beiden Unternehmen in einem Zwischenbescheid mit. EnBW und EWE hatten zuvor dieser Verlängerung zugestimmt.

Grund für die Skepsis seien Bedenken des Kartellamtes hinsichtlich einer Konzentration auf regionalen Gasmärkten in Ostdeutschland, die durch den Zusammenschluss entstehen könnte. Im Strombereich gebe es nach derzeitigem Erkenntnisstand des Bundeskartellamts keine wettbewerblichen Bedenken gegen das Zusammenschlussvorhaben.

EnBW bleibt trotzdem zuversichtlich

Eine derartige Fristverlängerung ist angesichts der Komplexität der angestrebten Transaktion "nicht ungewöhnlich", hieß es in einer Pressemeldung der EnBW. Man sei zuversichtlich, "dass im Rahmen des nun verlängerten Prüfverfahrens die noch offenen Punkte geklärt werden können."

Die betroffenen Unternehmen sowie die beigeladenen Wettbewerber, Lieferanten und Kunden haben nun bis zum 26. Januar 2009 Zeit, sich zu der vorläufigen Beurteilung des Bundeskartellamts zu äußern.

26prozentige Beteiligung geplant

Für rund zwei Milliarden Euro will EnBW 26 Prozent der EWE-Anteile übernehmen. Eine weitere Anteilsaufstockung ist nach EnBW- und EWE-Angaben nicht geplant. Die beiden Unternehmen wollen eigenen Angaben zufolge künftig unter anderem beim Bau von Kraftwerken und Offshore-Windparks, im Gasgeschäft sowie bei Auslandsprojekten zusammenarbeiten.

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