Kontrollgänge

Bundesamt zieht Konsequenzen aus Laugefunden in Asse

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zieht Konsequenzen aus der neuerlichen Entdeckung radioaktiv belasteter Lauge im Atommülllager Asse. Ab sofort werde es tägliche Kontrollgänge im Tiefenaufschluss, also an den tiefsten Stellen des Bergwerks geben, sagte BfS-Sprecher Werner Nording am Mittwoch auf ddp-Anfrage.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Remlingen (ddp/red) - Die Laugenansammlungen waren am Dienstagabend in 925 und 950 Meter Tiefe bei einer solchen Kontrolle festgestellt worden. Bislang hätten diese Rundgänge nur alle zwei Wochen stattgefunden, sagte Nording.

Die Fundstellen seien zu strengen Strahlenschutzbereichen erklärt worden. Sie dürften nur von bestimmten Mitarbeitern betreten werden, die mit Dosimetern ausgestattet würden. BfS-Präsident Wolfram König erklärte, man wolle verhindern, dass die radioaktiven Substanzen in andere Teile der Grube verschleppt würden.

Asse hätte nie für Atommüll genutzt werden dürfen

König bezeichnete die Zustände in der Asse vor allem wegen der ständigen Zuflüsse von Grundwasser als schwierig. Es sei eine Situation eingetreten, die in vielen Bereichen nur noch mit Gefahrenabwehr zu tun habe. Jede Erhöhung der Zuflussraten bedeute auch eine neue Instabilität. "Eines ist klar, dieses Endlager hätte nie für die Einlagerung von radioaktiven Abfällen benutzt werden dürfen", sagte König.

Atomgegner: Oberirdische Lagerung der Abfälle prüfen

Aus Sicht von Atomkraftgegnern zeigen die Laugenfunde, "was passiert, wenn Atommüll mit Flüssigkeit in Verbindung kommt". Flüssiger Atommüll werde durch die mechanischen Verschiebungen unweigerlich aus dem Bergwerk gedrückt, sagte Udo Dettmann vom Asse-II-Koordinationskreis. Die Konsequenz sei, "dass radioaktiver Abfall trocken gelagert werden muss". Anstatt den Müll tief unter die Erde zu bringen, solle überlegt werden, ihn an der Oberfläche zu lassen.

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