Aufklärung gefordert

Bundesamt bestätigt Laugen im Salzstock Gorleben

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat Laugenzutritte in den Gorlebener Salzstock bestätigt. Das Vorkommen von Lösungen sei aber schon lange bekannt und auch in Verzeichnissen dokumentiert, sagte am Montag ein BfS-Sprecher. Die Grünen und Bürgerinitiativen verlangen Aufklärung über die Vorfälle.

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Gorleben (ddp-nrd/sm) - Sämtliche in den bisher erkundeten Teilen des Salzstocks aufgetretenen Laugen hätten nach gegenwärtigem Erkenntnisstand nur "ein begrenztes Volumen" und keinen Kontakt zum Grundwasser.

Seitdem Medien die Laugenzuflüsse am vergangenen Wochenende öffentlich gemacht hatten, verlangen Grüne und Bürgerinitiativen vollständige Aufklärung. Das bundesweite Anti-Atom-Netzwerk "ausgestrahlt" forderte den Verzicht auf den Endlagerstandort Gorleben. "Gorleben ist als Atommüll-Endlager ungeeignet", sagte Sprecher Jochen Stay. Es gebe in Gorleben nicht nur Laugenzuflüsse in den Bergwerksstollen, der Salzstock habe auch direkten Kontakt zum Grundwasser.

BfS: Sicherheitsanalytische Bewertung nötig

Dem BfS zufolge sind die Laugen in Gorleben nicht mit Zuflüssen aus dem Deckgebirge wie im Atommülllager Asse zu verwechseln. Es müsse aber bedacht werden, dass in Gorleben nach dem Ausfließen von Lösungen gegenwärtig noch verschlossene Wege zum Nebengestein und Deckgebirge neu geöffnet werden könnten. "In einem solchen Fall wäre die Gefahr weiterer Lösungszutritte nicht auszuschließen", sagte ein Sprecher des Bundesamtes. Deshalb sei auch eine sicherheitsanalytische Bewertung aller Lösungsvorkommen notwendig.

Laugenvorkommen seien in Gorleben bereits zu Beginn der Erkundung des Salzstocks Ende der 1970er Jahre aufgetreten, erklärte das BfS weiter. Auch beim Bohren der Schächte und der untertägigen Erkundung des Salzstocks habe es Lösungszutritte gegeben. Nur an einer Stelle des Grubengebäudes seien jedoch mehr als 100 Kubikmeter Lösung zugeflossen.

Gorleben ist ein möglicher Standort für ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll. Der Salzstock wird bereits seit Ende der 1970er Jahre auf seine Tauglichkeit untersucht. Im Jahr 2000 wurden die Arbeiten unterbrochen, das Moratorium gilt für höchstens zehn Jahre. Während die Energiewirtschaft, Union und FDP auf eine Fortsetzung der Arbeiten drängen, wollen SPD und Grüne auch andere Standorte prüfen lassen. Das BfS betreibt das Erkundungsbergwerk Gorleben sowie die Atommülllager Asse und Morsleben.

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