Biomasse

BUND sieht gute Perspektiven für Energiegewinnung aus Holz

Die Energiegewinnung aus Holz wird nach Einschätzung des BUND-Landesgeschäftsführers Burkhard Vogel in Thüringen erheblich an Bedeutung gewinnen. "Die Technologie ist im Aufwind", sagte Vogel in einem Interview der Nachrichtenagentur ddp in Erfurt.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Erfurt (ddp/sm) - Zudem sei im Thüringer Wald genügend Holz vorhanden. Es wachse mehr Holz nach, als eingeschlagen werde, und auch das Aufkommen an Schadholz sei groß genug, sagte Vogel. "Eine Gefährdung des Waldes ist daher ausgeschlossen", fügte er hinzu.

Die Chance der Technologie liege darin, dass sie "dezentrale, kleinräumige Lösungen zur Energiegewinnung mit alternativen Energiequellen" ermögliche. "Großkraftwerke sind zu unflexibel", sagte Vogel. Angesichts der demografischen Entwicklung sei bereits abzusehen, dass die großen Energieversorger aus Kostengründen nicht mehr jeden Winkel in dünn besiedelten Regionen abdecken werden. Damit werde die Energiegewinnung aus Biomasse auch für kleinere Kommunen interessant.

Vogel warnte jedoch davor, dass die großen Energieversorger mit dem Einstieg in die Herstellung von Holzpellets ein neues Rohstoffmonopol aufbauen. Das würde die Preise auch für alternativ gewonnene Energie in die Höhe treiben.

Die Sorge scheint nicht unbegründet. Der Vorstandschef der E.ON Thüringer Energie AG, Bernhard Bloemer, machte erst unlängst klar, dass er unter den alternativen Energiequellen die Verwendung von Biomasse für die interessanteste halte. "Die technologischen Grundlagen dafür sind da", sagte Bloemer. Biomasse jedenfalls werde für sein Unternehmen ein Schwerpunkt bei der Nutzung alternativer Energiequellen sein.

Positiv bewertete Vogel die zunehmende Verwendung von Biogas in Thüringen. Dadurch komme nicht nur weniger Gülle auf die Felder, sondern die Abfallprodukte enthielten auch weniger Schadstoffe. Kritisch bewertete der BUND-Chef dagegen die zunehmende Orientierung von Landwirten auf den Anbau nachwachsender Rohstoffe für die Energiegewinnung. Dies führe zu einem höheren Flächenverbrauch. Außerdem bestehe die Gefahr des verstärkten Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, da es für nachwachsende Rohstoffe keine lebensmittelrechtlichen Beschränkungen gebe.

In der letzten Woche hatte, wie berichtet, Thüringens Umweltminister Sklenar auf dem Biogasforum in Bösleben den DKB-Länderpreis ausgerufen, der in diesem Jahr unter dem Motto "Biokraft durch Landwirtschaft - Bioenergie aus Thüringen" steht.

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