Stromversorgung

Bund regelt den Einsatz von Reserve-Kraftwerken

Die Bundesregierung hat genaue Regeln für den Einsatz einer sogenannten Kaltreserve festgelegt. Damit werde die Grundlage für die Versorgungssicherheit in den kommenden Jahren gelegt, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch. Eine Reserve zur Stabiltät des Netzes ist vor allem im Winter nötig.

Stromerzeugung© Bernd Boscolo / pixelio.de

Berlin (AFP/red) - Die Reservekraftwerke sollen einen Zusammenbruch der Stromversorgung unter extremen Bedingungen verhindern. Ihr gelegentlicher Einsatz ist durch das Abschalten von Atomkraftwerken im Zuge der Energiewende nötig geworden.

Die vom Kabinett beschlossene Verordnung sieht unter anderem vor, dass die Betreiber der Übertragungsnetze und die Bundesnetzagentur das Stromnetz einmal pro Jahr auf seine Systemsicherheit überprüfen. Ergibt diese Überprüfung - wie seit 2011 der Fall -, dass die Kaltreserve benötigt wird, gibt es eine Ausschreibung, an der sich Kraftwerk-Betreiber beteiligen können.

Was verhindert werden soll

Zugelassen sind allerdings nur Kraftwerke, die eigentlich stillgelegt werden sollen. Damit soll vermieden werden, dass Unternehmen Geld für das Bereithalten als Reserve-Kraftwerk kassieren - und es dann später wieder als normales Kraftwerk im Wettbewerb mit anderen Firmen einsetzen.

Welche Szenarien denkbar sind

Bedarf für Reservekraftwerke besteht vor allem im Winter bei Extremsituationen. So kann es zu Versorgungsschwierigkeiten kommen, wenn bei extremer Kälte viel Energie benötigt wird, aber aufgrund einer Flaute nur wenig Windenergie zur Verfügung steht. Andererseits kann ein niedriger Strombedarf im Süden Deutschlands bei starkem Wind im Norden zu einem Zusammenbruch der Netze führen. In einem solchen Fall werden die Reserve-Kraftwerke - meist alte Kohle-, Öl- und Gasanlagen - angeworfen, um dagegenzuhalten.

Im besonders kalten Winter 2011/2012 mussten Reserve-Kraftwerke in Deutschland und Österreich an zehn Tagen angefahren werden. Im vergangenen Winter war das laut Bundesnetzagentur an nur einem Tag im Januar der Fall.

Quelle: AFP

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