Geld für RAG

Bund hofft auf Einnahmen durch Ex-Ruhrkohle-Tochterunternehmen

Erlöse aus einem möglichen Verkauf von Tochterunternehmen des Mischkonzerns Evonik will die Bundesregierung angeblich nicht an das Essener Unternehmen ausschütten. Vielmehr sollen die erhofften Milliardenerlöse aus Veräußerungen der Immobiliensparte oder der Stromtochter Steag direkt in die von Bund und Ländern kontrollierte Stiftung der RAG fließen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Essen (ddp-nrw/red) - Dies gehe aus dem geheimen Protokoll einer Sitzung des RAG-Kuratoriums vom Juni hervor, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab. Darin hätten sich Vertreter des Bundes und des saarländischen Wirtschaftsministeriums für einen solchen Schritt ausgesprochen. Eine mögliche Zerschlagung des Konzerns hatte zuvor dem Magazinbericht zufolge RAG-Stiftungsvorstand Wilhelm Bonse-Geuking ins Gespräch gebracht.

"Der Spiegel" erwecke den irreführenden Eindruck, dass Evonik vorsätzlich zerschlagen werden solle und dies in der Absicht Bonse-Geukings liege, kommentierte die Stiftung den Bericht am Sonntag. Das Gegenteil sei richtig. Der Vorstandsvorsitzende der RAG-Stiftung habe sich zur Fortentwicklung des Evonik-Konzerns bekannt. Dies gehe ebenfalls aus dem Protokoll hervor, das dem Magazin offenbar vorliege.

Die RAG-Stiftung hält noch rund 75 Prozent an dem aus der Ruhrkohle AG hervorgegangenen Mischkonzern. Aus den laufenden Evonik-Erlösen bezahlt die Stiftung die Ewigkeitslasten des Bergbaus wie etwa die Pumpkosten für die Grundwasserabsenkungen. Schon in der Vergangenheit hatte es Pläne gegeben, den Konzern zu zerlegen und die Verkaufserlöse zur Deckung dieser Kosten zu nutzen.

Bundesregierung sowie Nordrhein-Westfalen und das Saarland hatten sich 2007 nach jahrelangem Streit darauf verständigt, die Steinkohleförderung in Deutschland 2018 auslaufen zu lassen. Bis dahin finanzieren Bund und Länder den sozialverträglichen Ausstieg aus dem Bergbau mit rund 21,5 Milliarden Euro.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energieversorung

    EU-Bergbaupläne weiter in der Kritik

    Die EU-Pläne für eine vorzeitige Stilllegung deutscher Steinkohle-Zechen sorgen weiter für politischen Streit. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte am Mittwoch in Berlin das Vorhaben der EU-Kommission, unrentable Bergwerke bereits im Oktober 2014 zu schließen.

  • Stromnetz Ausbau

    Georgi: Ausstieg aus dem Bergbau im "Gleitflug"

    Der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi kündigte gestern im Landtag einen mittelfristigen Ausstieg aus dem Steinkohlebergbau an. Es müsse ein Ausstiegsszenario entwickelt werden, da ein sofortiger Ausstieg aufgrund bestehender Verträge nicht möglich sei und zu ökonomischen Problemen führe.

  • Hochspannungsmasten

    Kohle-Einigung: Für das Saarland "überlebenswichtig"

    Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen haben sich darauf verständigt, dem Essener RAG-Konzern für den Zeitraum von 2006 bis 2008 die Summe von knapp 7,3 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. 1,6 Milliarden Euro davon übernimmt NRW, der Bund den Rest. Die RAG steuert einen Eigenbeitrag von 450 Millionen Euro bei.

  • Energieversorung

    FDP will Bürger in Steinkohlerevieren stärker schützen

    In FDP hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, in Gesprächen mit Nordrhein-Westfalen und dem Saarland darauf hinzuwirken, dass in Genehmigungsverfahren stärker die Belange von Bürgern berücksichtigt werden, die von Bergschäden betroffen sind und Vorsorgemaßnahmen erwarten.

Top