Unwissenheit

Bund hat keine Kenntnis über verrostete Atommüll-Fässer

Von angerosteten Atommüll-Fässern in Brunsbüttel sowie Neckarwestheim will die Bundesrgierung nichts gewusst haben. Dies berichtete die Saarbrücker Zeitung am Freitag unter Berufung auf das Bundesumweltministerium und die atompolitische Sprecherin der Grünen, Kotting-Uhl.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (dapd/red) - Wie die Bundesregierung jetzt eingeräumt hat, verfüge sie über keinerlei Informationen zur Lagerung von Fässern mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in unterirdischen Kavernen von Kernkraftwerken. Dies geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der atompolitischen Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, hervor. Demnach gebe es "keine Übersicht über Kavernen in den Kernkraftwerken und deren Nutzung".

Atomenergie im wahrsten Sinn ein Fass ohne Boden

Auch die Zahl der "möglicherweise noch dort gelagerten Abfallgebinde ist nicht bekannt". Kotting-Uhl sagte der Zeitung, die Regierung verfüge "noch nicht einmal über die allereinfachsten Informationen". Zwei Wochen nach Bekanntwerden des Brunsbüttel-Falles und dem Fund im Zwischenlager Neckarwestheim "ist immer noch völlig unklar, wie viele Atomfässer möglicherweise noch in anderen AKWs vor sich hin rosten". Das Ministerium müsse die Bürger "unverzüglich und transparent" informieren.

Bundesländer sollen Bericht ablegen

Wie die Zeitung weiter berichtete, hat das Ministerium inzwischen die Länder um "Berichte über vergleichbare Fälle" gebeten. Im April soll die Problematik im zuständigen Fachausschuss von Bund und Ländern erörtert werden.

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