Abstimmung

BUND: EU soll Förderung der Atomenergie beenden

Für ein Auslaufen des Euratom-Vertrages will die Umweltorganisation BUND gemeinsam mit anderen Anti-Atom-Initiativen europaweit bis zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe im kommenden Jahr eine Million Unterschriften sammeln. Die Bürger sollen dabei ihre Verfassungsrechte wahrnehmen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat zum 19. Tschernobyl-Jahrestag ein Auslaufen des Euratom-Vertrages verlangt. Da der Vertrag zum Anhang der neuen EU-Verfassung gehöre, solle die Bevölkerung der Europäischen Union darüber entscheiden, ob sie den Atom-Privilegien aus diesem Vertrag zustimme oder nicht.

Dafür will die Umweltorganisation gemeinsam mit anderen Anti-Atom-Initiativen europaweit bis zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe im kommenden Jahr eine Million Unterschriften sammeln. "Wir wollen, dass die Bürger ihre Verfassungsrechte auf europäischer Ebene wahrnehmen. Europa kann die Lehren aus Tschernobyl ziehen und die meisten Europäer wollen dies auch. Die Produktion von immer mehr Atommüll muss gestoppt, die Atomkraftwerke müssen stillgelegt werden", kommentierte Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand.

Es sei daher ein völlig falsches Signal, wenn die EU-Kommission vorschlage, die Euratom-Forschungsgelder für den Zeitraum 2007 bis 2011 um 230 Prozent zu erhöhen. Die EU-Forschungsgelder sollten stattdessen für erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz ausgegeben werden, forderte der BUND.

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