Umweltauswirkungen

BUND droht mit rechtlichen Schritten gegen Kohlekraftwerk Dörpen

Die Umweltschutzorganisation BUND will gegebenenfalls gerichtlich gegen die Pläne zur Errichtung eines Kohlekraftwerks in Dörpen vorgehen. Das Projekt sei "nicht rechtmäßig" und würde "nicht zu bewältigende Umweltauswirkungen" mit sich bringen , sagte der stellvertretende Geschäftsführer des BUND-Landesverbandes Niedersachsen, Stefan Ott.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Dörpen (ddp-nrd/red) - Die Gemeinde Dörpen habe in dem von ihr in Auftrag gegebenen Umweltgutachten Probleme wie den Quecksilbereintrag in die Ems nicht berücksichtigt, sagte Ott. Bereits vor Jahren hätte eine unabhängige Untersuchung der Emsfische eine deutlich erhöhte Quecksilberbelastung festgestellt, die um ein Vielfaches über dem zulässigen Grenzwert liege. Deshalb verstoße jedweder zusätzliche Schwermetalleintrag in die Ems gegen EU-Recht und sei damit unzulässig.

Keine weiteren Steuergelder vergeuden

Umweltschützer bemängelten zugleich die unkonkreten Planungsunterlagen, auf deren Grundlage sowohl ein als auch gleich mehrere Kraftwerksblöcke gebaut werden könnten. Für die betroffenen Bürger sei es daher nicht nachvollziehbar, was die Gemeinde Dörpen in dem Bebauungsgebiet alles bauplanerisch möglich machen wolle, sagte die Sprecherin der Bürgerinitiative Saubere Energie, Inge Stemmer. Dörpen müsse "die Planung für das Kohlekraftwerk einstellen, um nicht noch weitere Steuergelder zu vergeuden", betonte sie.

Das baden-württembergische Energieunternehmen EnBW und der schweizerische Investor BKW (Berner Kraftwerke AG) wollen in Dörpen ein 900-Megawatt-Kohlekraftwerk errichten.

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