Hohe Strompreise

Bund der Energieverbraucher: 100 000 Gehirnzellen für Herrn Teufel

Der Bund der Energieverbraucher rät allen Haushalten in Baden-Württemberg, die Jahresstromrechnung um einen Cent pro Kilowattstunde zu kürzen. Ein Musterschreiben dazu wird in den kommenden Tagen veröffentlicht. Grund: Durch die Abschaffung der Preisaufsicht, sind hier die Strompreise so hoch wie nirgendwo sonst.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Rheinbreitenbach (Bund der Energieverbraucher/sm) - In Anlehnung ans 100 000-Dächer-Programm der Bundesregierung zur Förderung der Fotovoltaik, will das Land Baden-Württemberg ein 100 000-Keller-Programm zur Förderung von Brennstoffzellen auflegen. Der Bund der Energieverbraucher hat das Engagement der Landesregierung für die dezentrale umweltfreundliche Energieerzeugung zwar gelobt. Die Technik für die Stromherstellung im eigenen Keller müsse jedoch nicht neu entwickelt werden, da es sie schon seit Jahren am Markt gebe. Die Landesregierung sollte daher konsequent die kleine Kraftwärme-Kopplung fördern, wie es das kleine Stadtwerk Schönau im Schwarzwald seit Jahren mit einem durch Stromkunden finanzierten Förderprogramm vormache.

Laut Bund der Energieverbrauche zahlen die Haushalte in Baden-Württemberg derzeit die höchsten Strompreise in Deutschland. Das zeige eine aktuelle Erhebung des Interessenvereins der Energieverbraucher. Danach liegen die Haushaltsstrompreise in Baden-Württemberg mit durchschnittlich 17,03 Cent pro Kilowattstunde höher als in jedem anderen Bundesland. Im Bundesdurchschnitt sind 16 Cent pro Kilowattstunde zu bezahlen. Als Grund wird die Abschaffung der Preisaufsicht durch die Landesregierung ausgemacht.

Der Bund der Energieverbraucher rät daher allen Haushalten, die Jahresstromrechnung um einen Cent pro Kilowattstunde zu kürzen. Ein Musterschreiben dazu wird in den kommenden Tagen veröffentlicht.

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